Paradiesvögel in Rio

Drollige 3D-Animation

Der Prolog gibt die Tonart vor: Rio, Copacabana, Zuckerhut. Papagei und Tukan, alle Vögel fliegen hoch und swingen zu Samba do Brasil. Party unterm Blätterdach, hoch lebe der Karneval! Bis die Vogelfänger zuschlagen und fröhliche Piepmätze im Käfig landen.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 10.04.2011, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rio bei Nacht ist nur einer der wunderschönen Panoramablicke, die der gleichnamige 3D-Film zu bieten hat.

Rio bei Nacht ist nur einer der wunderschönen Panoramablicke, die der gleichnamige 3D-Film zu bieten hat.

„Rio“ vom „Ice Age“-erprobten Regisseur Carlos Saldanha (gebürtig übrigens aus Rio) schickt einen Blau-Ara nach Minnesota und von dort zurück nach Brasilien. Computertrick in 3D, der das Zeug hat, ordentlich Kasse zu machen. Exzellente Animation (der Abspann nennt diverse Experten für Fell und Flaum), griffige Geschichte, kauzige Charakter-Tiere, Action, Slapstick, Liebe in ausgewogener Dosierung.

Außerdem tankt der Film brasilianisches Karnevals-Flair. Die Sonne lacht, die Samba-Schulen paradieren, es läuft Sergio Mendes’ „Mas Que Nada“. Gute Laune in jeder Hütte. Die Favelas der Armen kommen vor, ein Straßenkind verhökert exotische Vögel an Tierschmuggler. Weil wir nicht im Sozialdrama sind, bleibt Rios Schattenseite bloß ein weiteres folkloristisches Dekor, umwabert von omnipräsenten Samba-Rhythmen, zu denen die Paradiesvögel der Stadt alle Sorgen vergessen und den Augenblick feiern.

Nur Blu, der Ara steckt in der Patsche. Mit seiner Besitzerin kam er aus Amerika in die längst vergessene Heimat Brasilien. Ein Vogelforscher will ihn mit einem Weibchen zusammenbringen, um die bedrohte Art zu retten. Noch bevor die Vogelhochzeit beginnt, werden Blu und die Ara-Dame Jewel entführt.

Aneinandergefesselt wagt das Pärchen die Flucht in Ketten. Notgedrungen zu Fuß, denn Blu hat nie fliegen gelernt. Ein fieser Kakadu, Handlanger der Vogelhändler, macht sich an die Verfolgung. In rasanten Sequenzen geht es durch Gassen, Winkel, Fußballstuben, bis der Dschungel erreicht ist. Ein gefiederter Helfer (gesprochen von Roberto Blanco) kennt einen Schweißer, der die Kette zwischen Blu und Jewel knacken kann.

Der Schweißer entpuppt sich als Bulldogge. Ein uriges Sabberviech, zum Schießen komisch, wie es sich für den Karneval schick macht: goldene Hotpants und ein Hut aus Früchten. Der Kakadu spannt derweil eine Horde Affen ein, um die Aras zur Strecke zu bringen. Wenn die Lemuren um ihren König tanzen, erinnert das an „Madagascar“. „Rio“ und „Madagascar“ spielen in einer Liga: eine Tier-Humoreske mit Drive und Witz, ein Muntermacher, der für jedes Alter taugt. 

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