Personalmangel: 59 Kita-Kinder müssen in Marl zu Hause bleiben

Coronavirus

Carolin Golombeck wurde am Mittwoch kalt erwischt. Aus der städtischen Kita Lummerland erhielt sie einen Anruf: Ihr Sohn Quinn (1) kann nicht betreut werden. Es fehlt das Personal.

Marl

von Dorstener Zeitung

, 22.10.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
In einer Marler Kita müssen 59 Kinder zu Hause bleiben, weil sie nicht ausreichend betreut werden können.

In einer Marler Kita müssen 59 Kinder zu Hause bleiben, weil sie nicht ausreichend betreut werden können. © picture alliance / Fabian Sommer

In der Kita Lummerland treffen mehrere Faktoren unglücklich zusammen, sagt Stadtsprecher Rainer Kohl: Einige Erzieherinnen und Erzieher sind in Urlaub, andere erkrankt. Außerdem könnten wegen des Fachkräftemangels zwei Stellen nicht besetzt werden. Aufgrund der Corona-Situation könne das Jugendamt auch einige Kräfte mit Vorerkrankungen nicht einsetzen. Denn sie gehören zur Risikogruppe und sind gerade in der Kita einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt.

Nur 20 Kinder wurden betreut

Am Mittwoch wurden im Lummerland nur 20 von 79 Kindern betreut. Das Jugendamt setzt eine Erzieherin als „Springerin“ ein und eine weitere aus einer anderen Kita. Insgesamt kümmerten sich nur vier Erzieherinnen um die Kleinen. Sonst sind es 13. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um eine Betreuung zu gewährleisten“, verspricht Rainer Kohl.

Doch weil auch andere städtische Kitas personell am Limit seien, stehen zurzeit keine weiteren Kräfte zur Verfügung. „Ab nächster Woche, wenn Erzieherinnen aus dem Urlaub oder der Erkrankung zurückkehren, wird sich die Situation voraussichtlich entspannen“, so der Stadtsprecher.

Kita-Beitrag muss gezahlt werden

Quinn muss zu Hause bleiben, weil seine Mutter Elternzeit in Anspruch nimmt. Kinder berufstätiger Eltern und mit besonderem Förderbedarf haben vorrangigen Anspruch auf die Betreuung in Notgruppen.

Trotzdem muss Familie Golombeck den kompletten Tagesstätten-Beitrag für Oktober zahlen. Denn der Betreuungsvertrag, den Eltern unterzeichnen, sehe eine grundsätzliche Beitragspflicht vor, erklärt Rainer Kohl. Sie werde nicht berührt, wenn eine Einrichtung unvorhergesehen schließt.

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