Polizei Münster: Bundesweit Festnahmen wegen sexuellen Missbrauchs

Kriminalität

In mehreren Bundesländern werden Verdächtige festgenommen. Gibt es nach Lügde und Bergisch-Gladbach einen weiteren schockierenden Fall mit schwer sexuell missbrauchten Kindern?

Münster

05.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beamte der NRW-Polizei haben am Freitag in mehreren Bundesländern Tatverdächtige festgenommen.

Beamte der NRW-Polizei haben am Freitag in mehreren Bundesländern Tatverdächtige festgenommen. © picture alliance/dpa

Nach Ermittlungen zu schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern hat die Polizei in mehreren Bundesländern am Freitag Tatverdächtige festgenommen. Nach Angaben der Polizei Münster, die die Ermittlungen leitet, wurden Objekte in Brandenburg, Niedersachsen und Hessen durchsucht.

Über die Hintergründe und Zusammenhänge wollen Staatsanwaltschaft und Polizei Münster am Samstag im Rahmen einer Pressekonferenz informieren. Weitere Details wollte eine Polizeisprecherin wegen der laufenden Ermittlungen am Freitagmittag noch nicht nennen.

NRW-Beamte bei Einsatz gegen Kinderpornografie in Brandenburg

Ausgangspunkt sind Ermittlungsverfahren gegen Tatverdächtige in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei in Frankfurt (Oder) hatte am Morgen Durchsuchungen im brandenburgischen Finowfurt in einem Wohnhaus und einem Kleingarten bestätigt. Bei dem Einsatz sei es um Kinderpornografie gegangen, teilte eine Sprecherin der Polizei mit.

Die Aktion sei von Beamten aus Nordrhein-Westfalen geplant und durchgeführt worden. Die Brandenburger Kollegen hätten lediglich Unterstützung geleistet. Ein Mann wurde nach Angaben der Polizei festgenommen.

Nordrhein-Westfalen ist seit Anfang 2019 mit mehreren Fällen mit schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern in die Schlagzeilen geraten. Zuerst war der Fall Lügde bekannt geworden. Auf einem Campingplatz im Kreis Lippe waren Kinder hundertfach von mehreren Männern über Jahre schwer sexuell missbraucht worden. Das Landgericht Detmold schickte die Täter im Herbst 2019 ins Gefängnis.

Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach erstreckt sich über alle Bundesländer

Ermittlungen zu einem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach bei Köln begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. Allein in NRW wird gegen über 20 Verdächtige ermittelt. Ende April hatte ein erster Prozess in Mönchengladbach gegen zwei 39 Jahre alte Männer begonnen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach dem Fall Lügde das Thema Kindesmissbrauch zur Chefsache erklärt. Er stattete die Behörden landesweit mit mehr Personal aus und professionalisierte die technische Ausstattung für die Auswertung von Fotos und Videos mit kinderpornografischem Material. Die Zahl der Strafanzeigen bei Kinderpornografie stieg bis November 2019 um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bei Kindesmissbrauch um 18 Prozent.

dpa

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