Polizei warnt vor reisenden Handwerkern

Betrug

Eine Gruppe irischer Betrüger – so genannte Tinker – ist offenbar in Marl unterwegs gewesen. Die Polizei warnt, denn sie könnten auch in anderen Städten auftauchen.

Marl

von Julia Grunschel

, 21.10.2020, 09:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die vermeintlichen Handwerker waren in Marl mit einem weißen Transit mit irischem Kennzeichen unterwegs.

Die vermeintlichen Handwerker waren in Marl mit einem weißen Transit mit irischem Kennzeichen unterwegs. © privat

Im Neubaugebiet Loe-Auen waren am Dienstag (20. Oktober) gegen 14 Uhr Männer in einem weißen Kastenwagen mit irischem Kennzeichen unterwegs. Sie gingen von Haus zu Haus und boten Anwohnern ihre Dienste an.

„Sie wollten alles rund um Auffahrten machen – pflastern, reinigen. Dabei ist hier doch alles neu“, erzählt ein Zeuge, der umgehend die Polizei verständigt hat. Als die Männer mitbekamen, dass er sie fotografiert habe, seien sie auf Englisch fluchend davon gefahren und hätten ihre Arme schützend vor das Gesicht gehalten. „Ich habe schon viele Geschichten über Tinker gehört. Sie ziehen einem für unnötige Arbeiten locker 8000 Euro aus der Tasche“, warnt unser Leser alle Marler.

Polizei warnt vor reisenen Handwerkern

Polizeisprecherin Ramona Hörst bestätigte, dass ihre Kollegen dem Hinweis gestern umgehend nachgegangen sind. „Sie haben den Wagen aber nicht mehr angetroffen“, erzählt die Sprecherin. Auch sie warnt ausdrücklich vor reisenden Handwerkern, die an der Haustür ihre Dienste anbieten. „Das sind auch gerne mal falsche Dachdecker, die vor der Tür stehen“, so Ramona Hörst.

Die Tricks seien immer ähnlich. Dienstleistungen würden angeboten, mitunter gegen Vorkasse. Arbeiten würden dann vielleicht begonnen, aber nicht zu Ende gebracht. „Manchmal heißt es, wir müssen Material besorgen, geben Sie uns schon mal Geld“, erzählt Ramona Hörst.

Im Zweifelsfall sofort die Polizei rufen

Wer Handwerker vor der Tür stehen hat, die keinen seriösen Eindruck machen oder Wucherpreise verlangen, ruft am besten sofort die Polizei unter 110 und notiert das Kennzeichen. „Das sind gute Ansätze, damit wir eine Chance haben, die Leute vor Ort noch zu kriegen und zu überprüfen. Sie müssten zum Beispiel Reisegewerbescheine haben“, berichtet die Sprecherin.

Immer nach der Festnetznummer gucken

Wer mit dem Gedanken spiele, am Haus Sanierungen machen zu lassen, mögte bitte auf bekannte, ortsansässige Firmen zurückgreifen, so die Sprecherin. Wer im Internet nach einer Firma sucht, müsse ebenfalls vorsichtig sein, auch da nicht an Betrüger zu geraten. „Manche Anzeigen sind mit den Namen ortsansässiger Handwerker geschmückt. Wenn dann nur eine Handynummer angegeben ist, ist Vorsicht geboten. Bitte dreimal hingucken und prüfen, ob es wirklich die Firma ist, die man sucht. Seriöse Unternehmen haben meist auch eine Festnetznummer“, sagt Ramona Hörst.