Polizei warnt vor „Telefonbetrüger-Mafia“: Mehr als 40 Einsätze am Tag

Telefonbetrug

Enkeltrick, falsche Polizisten, Schockanrufe: Eine Welle von Betrugsversuchen schwappt derzeit durch den Kreis Wesel. Von einer „Telefonbetrüger-Mafia“ spricht mittlerweile die Polizei.

Wesel

, 13.11.2020, 10:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine 83-Jährige ist Telefonbetrügern auf den Leim gegangen.

Eine 83-Jährige ist Telefonbetrügern auf den Leim gegangen. © picture alliance / Christin Klose/dpa-tmn

Ab Donnerstagmittag hatte die Polizei im gesamten Kreisgebiet gut zu tun. Die Betrugsversuche in hoher Anzahl sorgten für mehr als 40 Einsätze der Polizei. Trotz mehrfacher Warnungen der Polizei in den vergangenen Tagen war am Tag zuvor eine 83-Jährige den Betrügern auf den Leim gegangen.

Am Mittwochnachmittag fiel die 83-jährige Weselerin auf die geschulte Rhetorik der Betrüger herein. Der vermeintliche Enkel der älteren Dame meldete sich am Telefon und bat um 9000 Euro, da er einen Unfall gehabt habe und man die Polizei nicht einschalten wollte. Die 83-Jährige holte zuerst Geld von der Bank und übergab dieses anschließend einer Botin.

Beschreibung der Botin

Die Beschreibung der Botin: etwa 30 Jahre alt, groß und schlank, vermutlich osteuropäisch. Sie trug eine braune Steppjacke. Sachdienliche Hinweise erbittet die Polizei in Wesel, Tel. (0281) 1070.

Die Polizei warnt erneut: „Die Betrüger haben immer wieder Seniorinnen und Senioren im Visier, um ihre Betrugsmasche zu versuchen. Dabei sind die Unbekannten sehr einfallsreich und schmücken ihre angeblichen Notlagen immer wieder mit anderen Details aus.“ Man solle sich im Zweifel durch Rückrufe über bekannte Telefonnummern bei den Angehörigen vergewissern, ob der Anruf tatsächlich von dort erfolgt sei.

„Polizisten lassen sich grundsätzlich von Ihnen keine wertvollen Sachen oder Geld geben, um diese vor Einbrechern zu schützen“, so die Polizei, die dazu aufruft, skeptisch zu bleiben und im Notfall die 110 anzurufen.

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