Polizeigewerkschaften bereitet schwindende Akzeptanz der Corona-Regeln Sorgen

Osterwochenende

Die Polizei rechnet mit schwierigen und arbeitsintensiven Einsätzen an Ostern. Zusätzliche Sorgen bereitet Polizeigewerkschaften eine schwindende Akzeptanz der Pandemievorschriften.

Hannover

01.04.2021, 21:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zwei Polizisten stehen an der Freitreppe auf dem Rheinboulevard am Rhein und kontrollieren, ob Abstände eingehalten werden.

Zwei Polizisten stehen an der Freitreppe auf dem Rheinboulevard am Rhein und kontrollieren, ob Abstände eingehalten werden. © picture alliance/dpa

Angesichts frühlingshafter Temperaturen und zahlreicher Protestaktionen bereitet sich die Polizei auf ein schwieriges Osterwochenende vor. Vor allem eine schwindende Akzeptanz der Corona-Regeln bei den Bürgern bereitet der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) dabei Sorgen.

„Es steigt die Bereitschaft, sich von Politikeransagen zu verabschieden und für sich zu entscheiden, dass die Regeln für einen selbst nicht gelten“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Die Müdigkeit der Bevölkerung gegenüber den Maßnahmen bekommen die Polizisten auch im direkten Gespräch mit, wenn sie auf Maskenpflicht und Abstandsregeln hinweisen.

Auf diese Stimmungslage müssten die Beamten eingehen, betont Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Herausforderung sei es, „bei der Ansprache einerseits Fingerspitzengefühl zu zeigen, andererseits die Maßnahmen auch umsichtig, aber bestimmt durchzusetzen“, so Radek zum RND.

Demonstrationen der Querdenken-Bewegung bereiten Sorgen

Die bevorstehenden Ostertage mit Ostermärschen, Demonstrationen der Querdenken-Bewegung und vollen Parks könnten insgesamt zu einer großen Herausforderung für die Einsatzkräfte werden, befürchten die Gewerkschafter.

„Ein Schwerpunkt werden Treffen draußen in Parkanlagen sein, außerdem gibt es die regionalen Ausgangsbeschränkungen, die eine zusätzliche Herausforderung für die Einsatzkräfte sind“, so der Polizeigewerkschaftsvorsitzende Wendt. Schließlich sollte die Polizei möglichst flächendeckend präsent sein, um die Einhaltung der Vorschriften zu kontrollieren.

Seinem Kollegen Jörg Radek bereiten vor allem die Demonstrationen der Querdenken-Szene Sorgen – unter anderem in Stuttgart werden am Samstag Tausende Teilnehmer erwartet. „Bei diesem Demonstrationsgeschehen ist das Infektionsrisiko für die Kollegen größer, weil sich hier vorsätzlich nicht an die Auflagen gehalten wird“, sagte Radek.

An die Bürger richtet Wendt deshalb einen eindringlichen Appel: „Ich habe die dringende Bitte, zu realisieren, dass auch Polizistinnen und Polizisten Familien haben und einem Infektionsrisiko aussetzt sind“, so Wendt zum RND.

RND/js

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