Pop Art erzählt von Liebe und Freiheit

Ludwiggalerie

Suppendosen und Comicfiguren - die Pop-Art-Bewegung hat aus Alltagsgegenständen kunstwürdige Objekte gemacht. Das Schloss Oberhausen zeigt ab Sonntag die Schau "American Pop Art - Meisterwerke massenhaft".

OBERHAUSEN

, 21.01.2016, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pop Art erzählt von Liebe und Freiheit

Die Drucke (1972) von Mel Ramos zeigen die Verknüpfung von Ware und Frau.

"Die Pop-Art wollte vom Geniekult um die Künstler wegkommen", sagt Direktorin und Kuratorin Christine Vogt, "hinzu kam der Wunsch nach bezahlbarer Kunst - also nach Kunst für alle". Pop Art wurde zur eigenen Ausprägung und Kunst zum Pop-Produkt. Das zeigt sich auch an weiteren beliebten Motiven.

Erst Alltag, dann Starkult

"Nach den Alltagsgegenständen kam der Starkult", sagt Vogt. Nicht nur Marilyn Monroe, sondern auch die Supremes oder die Beatles fanden ihren Weg in die Pop Art. Themen wie Mond- und Raumfahrt, Homosexualität und sexuelle Freiheit dienen ebenfalls als Inspirationen für die oft bunten Kunstwerke.

Zusammengetragen hat die Kunstwerke der Düsseldorfer Rechtsanwalt Heinz Beck, der sich auf die Ars Multiplicata - die vervielfältigte Kunst - festgelegt hat. Die Schau in der Ludwiggalerie zeigt 140 Werke der im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen untergebrachten Sammlung und ist eine Auswahl der amerikanischen Pop Art.

Zeitgeist eingefangen

Mit seiner Vorliebe für Auflagen und Multiples spiegelt Becks Sammlung den Zeitgeist dieser Kunstbewegung wieder - und auch ihren Wunsch nach demokratisierter Kunst.

Platz ließ die Kunstausrichtung aber auch für Kritik - teilweise an ihr selbst: Wo anfänglich noch die Konsumgesellschaft gefeiert wird, wird sie wenige Jahre später infrage gestellt. Während die Konservendose mit der Nudelsuppe noch wie der Heilige Gral in Szene gesetzt wird, rekeln sich wenige Jahre später Frauen an Zündkerzen und Colaflaschen - Schönheiten an Phallussymbolen. Dass Frauen auf ihre Objekthaftigkeit reduziert werden, ist keine neue Erfindung.

 

Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen: "American Pop Art", Konrad-Adenauer-Allee, Eröffnung 23.1. um 19 Uhr, bis 16.5., Di-So 11-18 Uhr, Mo geschlossen, aber Ostermontag (28.3.) und Pfingstmontag (16.5.) geöffnet.