Premiere im norwegischen Bergen

"Zwei Leben" von Georg Maas

"Zwei Leben" von Georg Maas eröffnet das 23. Lüner Kinofest. Der Film erzählt die Geschichte der in Norwegen lebenden Deutschen Katrine Evensen, die die Liebe ihres Lebens, ihre Familie und ihr gesamtes Dasein in Norwegen auf einer gefälschten Identität aufgebaut hat. Beate Rottgardt hat mit Georg Maas gesprochen.

LÜNEN

von Von Beate Rottgard

, 13.11.2012, 13:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Regisseur Georg Maas hat den Eröffnungsfilm des Lüner Kinofests "Zwei Leben" gedreht.

Regisseur Georg Maas hat den Eröffnungsfilm des Lüner Kinofests "Zwei Leben" gedreht.

Wie sind Sie auf das Buch, dass dem Film "Zwei Leben" zugrunde liegt, aufmerksam geworden? Unser NRW-Produzent Dieter Zeppenfeld kannte die Autorin. Wir haben uns mit ihr zusammen gesetzt, um den Roman zu einem Film übertragen. Allerdings gibt es nur die Figur der Ase sowohl im Film als auch im Roman, der die ganze Vorgeschichte im Zweiten Weltkrieg erzählt. Alle anderen Figuren haben wir neu erfunden. Wir haben lange recherchiert, auch noch lebende Lebensborn-Kinder in Sachsen besucht. Das waren schon ziemlich erschütternde Schicksale. Die Spuren der Stasi-Agenten in Norwegen dagegen verlieren sich im Nebel.

War es schwierig, diese deutsch-norwegische Koproduktion auf die Beine zu stellen? Ich habe frühzeitig den renommierten norwegischen Produzenten Axel Helgeland angesprochen. Hatte ein bisschen Befürchtung, dass die Norweger es übel nehmen würden, dass ein Deutscher sich dieses Themas annimmt, darauf hab ich auch Leute vom Norwegischen Filminstitut angesprochen. Aber meine Bedenken wurden ausgeräumt. Der Film ist mittlerweile in Norwegen bereits im Kino. Wir hatten Premiere in Bergen. Dort ist auch der ungeklärte Todesfall im Isdal total bekannt. Und die Norweger fanden es spannend, dass wir dieses "Mysterium" gelöst haben, wenn auch mit filmischen Freiheiten.

Juliane Köhler habe ich schon 2005 angesprochen, wir haben auch über alle Drehbuchfassungen diskutiert. Liv Ullmann hatten wir das Drehbuch 2008 geschickt, sie fand es gut, wollte aber nicht die Ase spielen, die in dieser Fassung, die 2003 spielte, alt und gebrechlich war. Dadurch sind wir auf die Idee gekommen, den Film 1990 direkt nach der Wende spielen zu lassen, und dann hat Liv Ullmann zugesagt. Ich arbeite gerade an einem Dokumentarfilm über sie, der im Frühling bei Arte zu sehen sein wird. Sie hat als Regisseurin vier Spielfilme gedreht und führt jetzt Theaterregie in Oslo.

 

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