Rechtsextreme Chats bei der Polizei: Weitere Razzien bei Polizisten im Ruhrgebiet

Rechtsextremismus

Der Skandal um rechtsextreme Chats von Polizisten in NRW weitet sich weiter aus. Am Dienstagmorgen gab es weitere Razzien in Privat- und Diensträumen von Polizisten im Ruhrgebiet.

NRW

24.11.2020, 10:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Polizeipräsidium in Mülheim an der Ruhr. An den rechtsechtremen Chats sind vor allem Polizisten aus Essen und Mülheim beteiligt.

Das Polizeipräsidium in Mülheim an der Ruhr. An den rechtsechtremen Chats sind vor allem Polizisten aus Essen und Mülheim beteiligt. © picture alliance/dpa

Im Zusammenhang mit rechtsextremen Chats bei der nordrhein-westfälischen Polizei hat es am Dienstagmorgen erneut Durchsuchungen gegeben. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Duisburg.

Laut Sicherheitskreisen geht es um neun neue Beschuldigte, auf die man im Zuge der Ermittlungen um rechtsextreme WhatsApp-Chats gestoßen ist. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet.

Nazi-Symbole gepostet, Hitlergruß gezeigt

Die Staatsanwaltschaft kündigte weitere Informationen im Laufe des Morgens an. Laut „Bild“-Zeitung soll es sich bei den Beschuldigten um eine Gruppe von Polizisten aus Mülheim und Essen handeln, die zusammen gekegelt haben. Dabei seien offenbar Nazi-Symbole gepostet und auch der Hitlergruß gezeigt worden.

Am Dienstagmorgen um 6 Uhr seien zeitgleich bei allen Verdächtigen Wohnungen und Diensträume durchsucht, Handys und andere Datenträger sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt nach eigenen Angaben wegen Volksverhetzung. Ob die Verdächtigen alle suspendiert wurden, blieb zunächst unklar.

Insgesamt 155 Polizisten in NRW unter Verdacht

Inzwischen gehe man 173 Verdachtsfällen nach, hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) erst am Donnerstag dem Innenausschuss des Landtags berichtet. Vor drei Wochen lag die Zahl bei 151 Verdachtsfällen.

Bei 155 der 173 Beschäftigten unter Rechtsextremismus-Verdacht handele es sich um Polizisten.

dpa/kar


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