Regisseur spielt in "Maman und ich" Sohn und Mutter

Neu im Kino

Ist ein Junge, der ein Mädchen sein will, automatisch schwul? Dieser Frage geht die französische Komödie auf sehr spezielle Weise nach: Regisseur und Autor Guillaume Gallienne übernimmt nämlich auch die beiden Hauptrollen – die von Maman und ihrem Sohn Guillaume. Mehr Selbstreflexion geht nicht.

18.06.2014, 14:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auch Maman wird von Guillaume Gallienne gespielt - und zwar ausgezeichnet.

Auch Maman wird von Guillaume Gallienne gespielt - und zwar ausgezeichnet.

Die Mama scheint das merkwürdige Bemühen um ihre Gunst indes kaum zu interessieren. Der Papa hingegen flippt aus, als er endlich merkt, dass sein jüngster Sohn anders ist als die beiden anderen Söhne. Erstes Indiz für ihn: Er mag keinen Sport. Aber ist er auch tatsächlich homosexuell? Psychologen werden zurate gezogen, Selbstversuche durchgeführt.

Regisseur Gallienne weicht einer direkten Antwort aus wie ein Slalomfahrer den Toren. Stattdessen stellt er mit den Attitüden seines Protagonisten die immer skurrilere Formen annehmende Gender-Diskussion auf den Prüfstand. „Ich will doch nur, dass ihr mich liebt“, hat Rainer Werner Fassbinder einen seiner Protagonisten einmal sagen lassen. Diesen Satz könnte man auch Guillaume in den Mund legen. Als Jungen oder als Mädchen. Als Licht in den Zuschauerraum des Theaters fällt, sieht man Guillaumes Familie in den Reihen sitzen. Sie scheinen ihre Lektion gelernt zu haben.

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