Rentenkasse: Grundrente-Zahlungen vor Juli 2021 unrealistisch

Rente

Schon länger gilt als fragwürdig, ob die Grundrente überhaupt ab Januar 2021 eingeführt werden könnte. Die Deutsche Rentenversicherung hält das für utopisch.

Berlin

22.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Ansicht der Deutschen Rentenversicherung dürften Grundrente-Zahlungen noch eine ganze Weile dauern.

Nach Ansicht der Deutschen Rentenversicherung dürften Grundrente-Zahlungen noch eine ganze Weile dauern. © picture alliance/dpa

Wegen des hohen Verwaltungsaufwands hält die Deutsche Rentenversicherung einen Start der Grundrente im Januar 2021 für unrealistisch. „Die komplexe gesetzliche Regelung, die komplizierte Zuschlagsberechnung und die aufwendige Einkommensprüfung machen so umfangreiche Anpassungen am IT-Kernsystem erforderlich, dass diese trotz des Einsatzes aller Personalressourcen nicht vor Juli 2021 abgeschlossen werden können“, heißt es in einem Schreiben an den Bundestag. Frühestens ab diesem Zeitpunkt seien Zuschlagszahlungen denkbar. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

Die Bearbeitung der laufenden rund 26 Millionen Renten könne nur sukzessive erfolgen und werde auch bei Nutzung aller technischen, organisatorischen und personellen Möglichkeiten voraussichtlich bis Ende 2022 andauern, schreibt die Rentenkasse. Mögliche Verzögerungen infolge der Corona-Pandemie seien hierbei noch nicht berücksichtigt.

Bundeskabinett hatte die Grundrente im Februar beschlossen

In der Stellungnahme heißt es außerdem, es seien „verfassungs- und datenschutzrechtliche Fragen“ zu klären - insbesondere wegen der geplanten Einbeziehung des Einkommens von Ehe- und Lebenspartnern.

Das Bundeskabinett hatte die Grundrente im Februar beschlossen. Ab 2021 sollen dadurch die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Bezügen aufgebessert werden.

RND

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