Rettung der tanzenden Vogelmenschen im neuen Forsythe-Ballett

Ruhrtriennale

BOCHUM Der Titel des neuen Balletts, das Star-Choreograf William Forsythe für die Ruhrtriennale kreiert hat, ist rätselhaft: "Now this when not that". Die Uraufführung am Mittwoch in der Bochumer Jahrhunderthalle erklärte ihn nur vage.

von Von Julia Gaß

, 06.10.2011, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Roberta Mosca und Parvaneh Scharafali tanzen in der Jahrhunderthalle. <p></p> Foto Mentzos</p>

<p>Roberta Mosca und Parvaneh Scharafali tanzen in der Jahrhunderthalle. <p></p> Foto Mentzos</p>

Es geht um "dies und das", um "Emergency", das Computerspiel mit Rettungssimulationen und diesmal um Vogelmenschenwesen statt um Affenmenschenroboter wie in Forsythes letztem Triennale-Stück "Defenders". Auf den Raum, die leere Halle, hat der 61-Jährige sein 75-minütiges Tanz-Avantgarde-Strategie-Experiment zugeschnitten.

Vögelchen zwitschern Die Bühne ist mit einer Theaterbühne nicht zu vergleichen, weil sie tiefer als breit ist. Und Forsythe und der niederländische Komponist Thom Willems lassen in dem Industrieraum von der Decke, von den Seitenwänden und aus den Kostümen von einigen der 16 Tänzer der Forsythe-Compagnie Vögelchen zwitschern. Diese Klanginstallation ist wirkungsvoll.

Eine Spielleiterin sitzt auf der Bühne, instruiert auf Englisch die Tänzer, deren Bewegungen auch improvisiert wirken sollen. Es geht um Kommunikation - auch, wenn die Tänzer über den Boden robben, Turnschuhe so über den Boden quietschen lassen, als würden diese Töne nicht vom Band kommen. Und auch, wenn die Gaze-Vorhänge, Ballett tanzen.

Pas-de-deux in Federkleidern Tanzästhetisch ist diese Choreografie kunstvoll. Forsythes Bewegungssprache ist noch ungewöhnlicher als in einen früheren Arbeiten und perfekt getanzt von seiner Compagnie.

Der schönste Moment des Abends und der, der am längsten in Erinnerung bleibt, ist der Pas-de-deux in stilisierten Federkleidern, begleitet von Vogelzwitschern in der ganzen Halle nach etwa einer Stunde.

Wünsche werden vertanzt und in Kazoos geblasen, Insekten surren vom Band - Forsyths Choreografie ist ein Mosaik aus diesem und jedem - "this when not that". Eins, das schwer verständlich ist. 

Termine: 7., 8., 9.10., 20 Uhr,
Karten: Tel. (07 00) 20 02 34 56.

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