RKI: Zu Ostern sind Inzidenzwerte von über 500 möglich

Coronavirus

Die Coronavirus-Mutationen lassen die Infektionszahlen schnell steigen. Wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr fällt die Aussicht des Robert-Koch-Instituts auf die nächsten Wochen düster aus.

von Talisa Moser

, 13.03.2021, 16:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aufgezogene Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer liegen in einer Schale in einem Impfzentrum.

Aufgezogene Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer liegen in einer Schale in einem Impfzentrum. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Deutschland weiter an. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.674 Corona-Neuinfektionen gemeldet – und damit 3.117 mehr als vor genau einer Woche.

Jetzt lesen

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen mit 76,1 deutlich höher als am Vortag (72,4). Auch für die kommenden Wochen zeichnet das RKI eine düstere Prognose – insbesondere für die anstehenden Osterfeierlichkeiten.

RKI sieht Entwicklung als „besorgniserregend“ an

Inzwischen wird dem RKI zufolge bei mindestens 50 Prozent der positiven Corona-Tests die Virusvariante B.1.1.7 identifiziert – also bei jedem zweiten Infizierten. Die Mutation gilt als ansteckender und verursacht bisherigen Ergebnissen zufolge schwerere Krankheitsverlaufe mit dem Virus. Das RKI bewertet diese Entwicklung als „besorgniserregend“.

Der R-Wert lag am Freitagabend bei 1,11. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Das RKI berechnete auf dieser Grundlage einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz mit den Mutationen seit Mitte Januar um etwa 46 Prozent. Er hat sich also etwa alle 12 Tage verdoppelt. Die Prognose zeigt, dass die Fallzahlen ab KW 14 – also ab dem 5. April – über dem Niveau von Weihnachten liegen könnten.

Bei gleichbleibendem Wachstum Inzidenz von 350 zu Ostern

Im Hinblick auf Ostern könnte die Virusmutation also zu weiter steigenden Infektionszahlen führen. Geht man von einem weiterhin gleichmäßigen Wachstum aus, könnte die Inzidenz in der Osterwoche bei 350 liegen. Steigt die Wachstumskurve noch steiler, sind sogar Inzidenzwerte von über 500 möglich.

RKI-Chef Lothar Wieler mahnte deswegen bei dem Treffen am Freitag weiterhin zu strikter Anwendung von Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Maske und Abstand halten. Entscheidend für die Entwicklung sei außerdem die rasche Impfung der gesamten Bevölkerung.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt