„Rock am Ring“ wegen Schreibfehler unterbrochen

Terror-Warnung bei Festival

Aus Angst vor einer Bombe war das Musikfestival "Rock am Ring" Anfang Juni zwischenzeitlich unterbrochen worden. Nun ist bekannt, was den Terrorverdacht in Rheinland-Pfalz auslöste: Ein Schreibfehler bei den Namen zweier Aufbauhelfer. Wir fassen den Fall zusammen.

MAINZ

14.06.2017, 12:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Schreibfehler bei den Namen der Aufbauhelfer hat den Terroralarm bei Rock am Ring ausgelöst.

Ein Schreibfehler bei den Namen der Aufbauhelfer hat den Terroralarm bei Rock am Ring ausgelöst.

Bei einer Polizeikontrolle vor Beginn des Festivals waren den Beamten zwei Männer, 21 und 24 Jahre alt, aufgefallen, die Armbändchen mit uneingeschränktem Zugang zum Festival hatten. Doch passten die Namen der beiden Aufbauhelfer eines Frankfurter Subunternehmens nicht zu den Personallisten, die der Veranstalter den Behörden zur Sicherheitsüberprüfung übergeben hatte.

Die beiden Männer und ein weiterer Verdächtiger wurden verhaftet, Spezialkräfte der Polizei durchsuchten am Freitag ihre Wohnungen in Hessen. Sie konnten jedoch nichts Belastendes finden. Weil das Festivalgelände wegen der bereits einsetzenden Dunkelheit nicht mehr abgesucht werden konnte, entschied sich die Polizei für eine Unterbrechung von "Rock am Ring". Auch die Firmen, die die Verdächtigen für das Festival kurzfristig zur Aushilfe eingesetzt und akkreditiert hatten, wurden überprüft.

Die Ermittlungen dauerten nach Angaben der Polizei die ganze Nacht über. Am Morgen waren die drei Personen wieder freigelassen worden. Auch auf dem Festivalgelände fand die Polizei nichts Verdächtiges. „Rock am Ring“ wurde darauf am Samstag wieder fortgesetzt. 

Namen passten nicht zu den Personallisten

Nun steht fest: „Die Namen der Verdächtigen waren falsch geschrieben, wiesen aber eine phonetische (klangliche) Ähnlichkeit mit den realen Schreibweisen auf“, sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts (LKA), Johannes Kunz, am Mittwoch der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“.

Die beiden Männer aus Hessen mit syrischen Wurzeln waren bereits vor Beginn des dreitägigen Musikspektakels mit 87.000 Besuchern ins Visier der Ermittler geraten. Das rheinland-pfälzische Innenministerium bestätigte damals den Verdacht einer Verbindung zu hessischen Salafisten.

Künftig sollen frühzeitig Personaldokumente vorzulegen sein

„Die Lage war schon sehr ernst, denn wir konnten konkrete Tatvorbereitungen in Richtung eines Anschlages nicht ausschließen.“ Die Polizei habe zuvor nur die Mitarbeiter der eingesetzten Sicherheitsfirmen überprüft, solle das aber in Zukunft vor Großveranstaltungen auf freiwilliger Basis auch bei Aufbauhelfern tun. Mit Blick auf die Schreibfehler forderte Kunz, „dass uns künftig frühzeitig Personaldokumente vorgelegt werden müssen“.

Polizei und Veranstalter lobten im Nachhinein ausdrücklich das disziplinierte Verhalten der Fans bei der Räumung des Geländes. "Es war von Toleranz, Verständnis und Friedfertigkeit geprägt", sagte Veranstalter Marek Lieberberg. 

Mit Material von dpa

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