"Rush" ist ein Rennfahrer-Film mit zwei Alphatieren auf Asphalt

Im Kino

Eine Stimme aus dem Off: "26 Fahrer starten jedes Jahr. Zwei davon sterben. Mein Name ist Niki Lauda." Am 1. August 1976 fand Lauda fast selber den Tod, als er mit Verbrennungen dritten Grades aus seinem Ferrari gezogen wurde. Mit "Rush" ist seine Geschichte auf der Leinwand zu sehen.

von Von Kai-Uwe Brinkmannn

, 01.10.2013, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Rennen kann beginnen: James Hunt (Chris Hemsworth) gegen Niki Lauda (Daniel Brühl).

Das Rennen kann beginnen: James Hunt (Chris Hemsworth) gegen Niki Lauda (Daniel Brühl).

Am 1. August 1976 fand Lauda fast selber den Tod, als er mit Verbrennungen dritten Grades aus seinem Ferrari gezogen wurde. 42 Tage später, Kopf und Ohren verbrannt (für manche auch das Hirn), fuhr Lauda das nächste Rennen.Packendes Drama "Rush", der Film von Ron Howard ("Apollo 13", "A Beautiful Mind"), erzählt Laudas Geschichte und die seines schärfsten Rivalen James Hunt: als packendes Drama aus dem Renn-Zirkus und als Doppelporträt.

Hunt, gespielt von Chris "Thor" Hemsworth, ist in den 70ern der umschwärmte Rock' n' Roll-Playboy unter den Fahrern. Ein Frauenheld, der säuft und kifft und Stewardessen reihenweise flachlegt. Ein cooler Zocker, der am Steuer lächelnd den Tod herausfordert.Unscheinbarer Typ Niki Lauda, verkörpert von Daniel Brühl, ist die denkbar größte Antithese zu Hunt. Lauda ist der unscheinbare Typ mit dem Überbiss und dem Frettchengesicht. Kein Hasardeur, sondern ein kühl abwägender Kontrollfreak mit Technikverstand.

Großartig, wie Daniel Brühl sich Laudas österreichische Mundart antrainiert hat, auch dessen abgehackte Sprechweise. Mimikry auf höchstem Niveau.Männer, die im Kreis fahren

Männer, die im Kreis fahren. Nicht immer taugt das zu spannendem Kino, hier schon. Erregungsfiebrig lässt Hans Zimmers Score die Gitarren lärmen. Dave Edmunds singt "I Hear You Knocking", Steve Winwood "Gimme Some Lovin", Slade rufen "We're All Crazee Now".Mächtig was los an der Piste, Benzingeruch macht sexy. Katzenauge Suzy (Olivia Wilde) beginnt eine Affäre mit Hunt. Marlene (Alexandra Maria Lara) angelt sich Niki.Lauda oder Hunt?

Wer ist das Alphatier auf dem Asphalt? Lauda oder Hunt? Partylöwe Hunt nennt Lauda eine "Ratte". "Ratten sind intelligent", kontert der. Weil er clever ist, fordert Lauda am Nürburgring, dass die Fahrer das Rennen bei nassem Kurs boykottieren.Man überstimmt ihn, das Unglück nimmt seinen Lauf. Die Renn-Sequenzen (Kamera: Anthony Dod Mantle) sind superb fotografiert und rasant geschnitten. Fahrer-Perspektive, Blick aufs Pedal, die Boliden auf der Strecke.

Dann Laudas Horror-Unfall. Letzte Ölung, Koma, Klinik. Unter Schmerz zurück ins Leben, zum Entsetzen der Welt zurück ins Cockpit. So viel Verrücktheit nötigt Hunt Respekt ab - am Ende sind sie beinah Freunde. Handwerklich perfektes, unterhaltsames Doku-Drama.

 

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