„Schämt Euch“: Proteste in NRW gegen die Wahl von Kemmerich

Demos in NRW

Hunderte Menschen haben in verschiedenen NRW-Städten gegen die Wahl von Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsident protestiert. Am Donnerstag geht es mindestens in einer Stadt weiter.

Köln

06.02.2020, 11:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Teilnehmer bei der Demonstration in Köln gegen den neuen Ministerpräsidenten von Thüringen halten ein Transparent mit der Aufschrift "Nie Wieder - Konsequent gegen jeden Antisemitismus & Deutsche Opfermythen".

Teilnehmer bei der Demonstration in Köln gegen den neuen Ministerpräsidenten von Thüringen halten ein Transparent mit der Aufschrift "Nie Wieder - Konsequent gegen jeden Antisemitismus & Deutsche Opfermythen". © dpa

Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwochabend in Köln und Düsseldorf vor FDP-Büros gegen die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten demonstriert.

Zu der spontanen Demonstration in der Innenstadt von Köln kamen etwa 300 Menschen. Verschiedene Gruppen hatten dazu aufgerufen, darunter „Köln gegen Rechts“ und „Fridays for Future“. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie „Schämt Euch“ oder „Ihr seid so erbärmlich“. Die Demonstranten wollten danach weiter zu den Büros von CDU und AfD. Der Protest verlief bis zum Abend friedlich, wie ein Polizeisprecher sagte.

In Düsseldorf nahmen nach Polizeiangaben etwa 200 Menschen an einer Demonstration vor der FDP-Zentrale teil.

Parallel dazu demonstrierten rund 35 Menschen verschiedener politischer Gruppierungen in der Innenstadt von Dortmund, eine weitere Spontan-Demo vor dem Dortmunder FDP-Büro hatte die Satire-Partei „Die Partei“ aufgerufen.

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In Bonn protestierten laut Rheinische Post rund 100 Menschen. In Kleve wolle „Fridays for Future“ am Donnerstag (6.2.) eine Spontandemo vor dem Klever Rathaus abhalten, so die RP.

Weitere spontane Kundgebungen gab es in Siegen, Essen und in anderen Städten. Überall protestierten die Menschen gegen die Wahl von Kemmerich, der am Mittwoch mit den Stimmen der AfD-Abgeordneten zum thüringischen Ministerpräsidenten gewählt worden war.

Landesregierung in Thüringen vor 90 Jahren auch mit Beteiligung der NSDAP

„Schon vor 90 Jahren gab es in Thüringen mit der Baum-Frick-Regierung in der Weimarer Republik die erste Landesregierung mit einer Beteiligung der NSDAP“, teilte „Köln gegen Rechts“ mit. Der Konservative Erwin Baum war von 1930 bis 1932 Leitender Staatsminister von Thüringen, sein Stellvertreter war der spätere NSDAP-Innenminister Wilhelm Frick, der nach dem Krieg als einer der Hauptkriegsverbrecher von Nürnberg zum Tode verurteilt wurde.

„Köln gegen Rechts“ schrieb dazu: „Heute wiederholt sich erneut die Geschichte, in der sich wieder konservative und dieses Mal auch liberale Kräfte zusammen mit offen faschistischen und rassistischen Kräften, der AfD, verbünden.“

kar/dpa

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