Schauspiel Dortmund feiert die letzte Party aller Zeiten

Stück über Trump

Sechs Wochen nach der Amtseinführung des US-Präsidenten erreicht das Phänomen Donald Trump die Theaterbühne in Deutschland. Im Theater Dortmund wird am Freitag (19.30 Uhr) das Stück "Trump" erstmals in deutscher Sprache aufgeführt. Wir verraten, was die Besucher erwartet.

DORTMUND

, 03.03.2017, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Theaterstück des Dortmunder Schauspiels widmet sich ab März dem baldigen US-Präsidenten Donald Trump.

Ein Theaterstück des Dortmunder Schauspiels widmet sich ab März dem baldigen US-Präsidenten Donald Trump.

Das Schauspiel lädt zu einer Party ein, und die Schauspieler Bettina Lieder und Andreas Beck sind die Gastgeber. Die beiden möchten mit ihren Gästen, dem Publikum, über jemanden reden: Donald Trump.

Wie jedes Regieteam verraten Regisseur Marcus Lobbes und Dramaturgin Anne-Kathrin Schulz vorher nicht viel über das Stück. Wir können es uns wohl ungefähr so vorstellen: Wir betreten zu Beginn keinen bestuhlten Zuschauerraum, sondern eine Art offizielle Party, vielleicht einen Empfang, zu vorgerückter Stunde.

Blau-weiß-rote Fähnchen 

Es gibt eine Bühne, darauf stehen die Gastgeber Lieder und Beck an Mikrofonen. Blau-weiß-rote Fähnchen überall. Anstelle von Stühlen nehmen wir an Stehtischen Platz. Dann beginnen Lieder und Beck darüber zu sprechen, was sie bewegt: Trump, der Anti-Politiker, der Empörungspöbler, der Anti-Demokrat, der amerikanische Präsident.

Mike Daisey, der Autor von „Die Agonie und die Ekstase des Steve Jobs“, hat das Stück geschrieben. Seit Jahren schon tritt er damit in den USA auf, steht oder sitzt an einem Tisch und spricht das Stück als Monolog. Ständig aktualisiere er den Text, sagt Dramaturgin Schulz.

Mit Matthias Seier hat sie nun die erste deutsche Übersetzung angefertigt. Vorlage ist Daiseys Fassung von September 2016, vor der Präsidentschaftswahl. Die habe sich allerdings wunderbar aktualisieren lassen, sagt Schulz, schließlich habe Trump seinen Stil bisher nicht geändert.

Rücksichtsloser Kerl 

Regisseur Lobbes erzählt: Beck und Lieder sprechen das Publikum direkt an, wie man das auf einer Party machen würde. Sie reden über Trumps Ungeheuerlichkeiten und fragen sich, wie er zu dem Menschen wurde, der er ist: Wegen seiner Kindheit mit einem Vater, der als Vermieter in New York nicht an Dunkelhäutige vermietete und insgesamt ein ausgesprochen rücksichtsloser Kerl gewesen sein muss.

Solche Passagen, sagt Schulz, habe Daisey zwar nicht mit journalistischem, sondern mit theatralem Anspruch aufgeschrieben, jedoch sehr gründlich recherchiert. Und am Ende gehe es nicht nur um Fragen zu Trump, sondern auch an sich selbst: Wie verhalte ich mich dazu?

Lobbes: „Es gibt diese riesige Diskrepanz zwischen der seriösen Berichterstattung über Trump und diesen unglaublich vielen Blödeleien über ihn auf Facebook oder von Kabarettisten.“ Das sei die Gemengelage des Abends: Zwischen dem Gespräch auf der Party und der Frage, ob wir gerade die letzte Party aller Zeiten feiern.

Auf Facebook hat das Schauspiel Dortmund einen amüsanten Video-Teaser zum Stück veröffentlicht:

Die Premiere findet am Freitagabend statt, sie ist ausverkauft. Für die nächsten Termine am 12. und dem 14. und 22. April (10-19 Euro) gibt es noch Tickets, für den 14. April nur noch Restkarten. Die Karten gibt es an der Tageskasse im Opernhaus, unter Tel. (0231) 50 2 72 22 und auf

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