Schmallenbach-Haus: Robert-Koch-Institut untersucht drei Proben von zwei Bewohnern

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Im Schmallenbach-Haus ist nach positiven Corona-Tests bei zwei schon einmal infizierten Bewohnern Geduld gefragt. Das Robert-Koch-Institut untersucht insgesamt drei Proben bei diesem Sonderfall.

Fröndenberg

, 22.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Testergebnisse nach Rachenabstrichen auf Coronaviren liegen oft schon 24 Stunden später vor. Im Sonderfall von offenbar zwei erneuten Infektionen im Schmallenbach-Haus prüft nun das RKI in Berlin.

In dem Seniorenheim waren am Freitag vergangener Woche zwei hochbetagte Bewohner nach einer Infektion im April schon zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dieses ungewöhnliche Infektionsgeschehen soll gründlich analysiert werden.

Gesundheitsamt auf RKI-Expertise angewiesen

Das Kreisgesundheitsamt hat über das Landeszentrum Gesundheit NRW das Robert-Koch-Institut zu Rate gezogen. In Unna betont man, dass der öffentliche Gesundheitsdienst auf die wissenschaftliche Analyse der Fachleute angewiesen ist. Amtsärztlich werde auch bei sonst grassierenden Viren vor allem auf Vorsorge- und Schutzmaßnahmen sowie auf die Eindämmung von Viruserkrankungen hingewirkt. Die medizinische Einordnung müssten aber Virologen und Epidemiologen leisten.

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Fraglich ist, ob sich die beiden Bewohner tatsächlich ein zweites Mal infiziert haben oder das Virus seit April überhaupt noch nicht gänzlich den Körper verlassen hatte. Eben zu dieser Frage will sich das Kreisgesundheitsamt selbst nicht äußern.

Zumindest lag zwischenzeitlich ein negativer Corona-Test bei beiden nun erneut betroffenen Personen vor. Die beiden hochaltrigen Personen aus dem Schmallenbach-Haus hatten im April laut Geschäftsführer Heinz Fleck einen sehr schweren Krankheitsverlauf durchgemacht.

Neben weiteren Rachenabstrichen von beiden Heimbewohnern ist nun in einem Fall auch eine Blutprobe genommen worden. Das Robert-Koch-Institut selbst spricht allgemein davon, dass Experten derzeit von einem sehr geringen Risiko ausgehen, dass genesene Patienten ein weiteres Mal an Covid-19 erkranken.

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Dauer des Immunstatus bisher unbekannt

Erste Studien hätten gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die das Virus in Labortesten neutralisieren können.

Allerdings sei noch nicht restlos erforscht, wie „robust und dauerhaft“ der durch die erstmalige Infektion erworbene Immunstatus ist und ob es möglicherweise von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt.

Das Kreisgesundheitsamt konnte am Mittwoch nicht sagen, wann mit Ergebnissen aus den Labors des RKI zu rechnen ist. Bis dahin gelten in der Senioreneinrichtung wieder erhöhte Schutzvorkehrungen.

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