Schnaps geklaut: WC-Versteck erwies sich für Ladendieb als „Griff ins Klo“

mlzProzess

Ein Ladendieb hatte sich alles so schön ausgemalt: Klammheimlich versteckte er sich auf dem Kunden-WC, nachts ging er ungestört shoppen – eine folgenschwere Schnapsidee.

Recklinghausen

, 19.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach einer nächtlichen Beutetour in einem Supermarkt ist ein Ladendieb am Amtsgericht in Recklinghausen zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. Der 36-Jährige hatte sich erst auf dem Kunden-WC eingeschlossen und war dann shoppen gegangen – ein stiller Alarm machte schlussendlich aus seinem Coup einen „Griff ins Klo“.

Es war die Nacht auf den 8. Januar, als sich der heroinabhängige Mann aus Gladbeck in den Kopf gesetzt hatte, in einem Supermarkt in Recklinghausen ungestört und vor allem kostenlos einkaufen zu gehen. Die erbeuteten Gegenstände wollte er später zu Geld für neue Drogen machen. Der 36-Jährige betrat also das Geschäft, schloss sich auf der Kundentoilette ein und konsumierte dort nach eigenen Angaben erst einmal Heroin. Dann wartete er bis tief in die Nacht ab, ehe er schließlich um 1.00 Uhr sein WC-Versteck verließ und als einziger Kunde durch die Supermarkt-Gänge spazierte.

Versuchter Diebstahl von Spirituosen im Wert von knapp 150 Euro

Was der 36-Jährige nicht ahnte: Die Überwachungskameras filmten jeden seiner Schritte, gleichzeitig wurde still die Polizei alarmiert. Zuerst stattet sich der Dieb mit einer Reisetasche aus und füllte diese dann nach und nach mit drei Paar Schuhen und diversen Spirituosen-Flaschen: von „Feigling Coco Bisquit“, über „Jägermeister“ bis hin zum „Sierra Tequila“. Danach, so zeigen es die Kameraaufzeichnungen, schwankte der Ladendieb mit der Beute-Tasche (Wert 149,29 €) durch das Geschäft. Beim Versuch, durch den Notausgang zu entkommen, wurde der 36-Jährige von der Polizei festgenommen.

Am Amtsgericht blieb dem Angeklagten nichts anderes übrig, als seinen gefilmten Pleite-Coup zuzugeben. „Das war wahrlich eine Schnapsidee“, sagte auch sein Verteidiger Jens Tuschhoff (Oer-Erkenschwick). Weil der 36-Jährige bereits mehrfach vorbestraft ist, kam eine Bewährungschance nicht mehr in Betracht. Ein Fünkchen Hoffnung schöpft der Angeklagte noch aus der Möglichkeit, die Haftstrafe nach dem Prinzip „Therapie statt Strafe“ in einer Entziehungsanstalt verbringen zu können.

Lesen Sie jetzt