Schwedisches Design als Lebensretter

Red Dot-Museum Essen

Die Rettung kommt in Form einer roten Flasche mit Rüssel. Sie ist so hoch wie ein Schuhkarton, und ihr Griff erinnert an einen Elefanten. Der Feuerlöscher "Firephant" ist eines von 51 Objekten, die das Red Dot Design-Museum auf der Essener Zeche Zollverein in der Ausstellung "Sweden at its best" zeigt.

ESSEN

von Von Dominique Snjka

, 18.11.2013, 19:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es sind preisgekrönte Designs aus Schweden. Für Vito Orazhem aus dem Museumsvorstand ist ein Design gelungen, wenn es nicht nur gut aussieht, sondern auch gut funktioniert. Diese Verbindung zeichne schwedisches Design aus. Alle Exponate haben den Red Dot Design Award erhalten, Deutschlands wichtigste Designauszeichnung, die das Design Zentrum NRW auslobt.

Eisbohrer Da ist zum Beispiel ein Eisbohrer. Die massive weiße Spirale bricht dicke Eisdecken auf. Eisfischer benutzen so etwas. Die Griffe sind grün, "damit man weiß, wo man anfassen kann", erklärt Orazhem. Gebrauchsgegenstände werden zu Vorzeige-Stücken getrimmt. Andere Dinge fallen nicht mal als das auf, was sie eigentlich sind: Eine Glasvitrine zeigt ein medaillonförmiges, himbeerfarbenes Stück Kunststoff.

Sexspielzeug Ein Döschen für Ohrringe? Für Tabak? Nein, ein Sexspielzeug. "Das ist etwas, was Menschen verstohlen betrachten. So gestaltet, findet es den Weg aus der Schublade", sagt Margit Illing vom Museum.

Dann gibt es noch die tropfenförmigen Riesenlampen, neonfarbene Fahrradhelme und Stockholm II, einen Stuhl von Hans Ehrich, der mittlerweile in vielen Museen steht.

Schlicht und schön "Sweden at its best" zeigt Designs, deren Extravaganz in ihrer Schlichtheit besteht. Zwischen all dem Weiß wirkt eine Art angerosteter Campingkocher wie ein Fremdkörper. Auch er hat gewonnen. Nicht wegen seiner Optik: Menschen in den ärmsten Regionen der Welt können so mit wenig Holz kochen.

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