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"Ausverkauf" bei der Evangelischen Kirche?

SCHWERTE Steht die Evangelische Kirchengemeinde vor dem Verkauf aller Kirchen außer St. Viktor und Villigst? Vor dieser schweren Entscheidung steht das Presbyterium angesichts sinkender Kirchensteuern.

von Von Reinhard Schmitz

, 14.11.2007
"Ausverkauf" bei der Evangelischen Kirche?

Das Martin-Luther-Haus ist schon verkauft.

„Wir sind in Strukturüberlegungen, welche Gebäude in Schwerte wir halten können“, bestätigt der Presbyteriums-Vorsitzende, Pfarrer Manfred Wuttke: „Der Beschluss fällt in den nächsten zwei Monaten.“ Zuvor diskutieren die Gemeinden. Als mittelfristige Perspektive ist eine Trennung von sämtlichen Gemeindezentren im Gespräch: Paulus- und Paul-Gerhardt-Haus, Johanneshaus und Gemeindehaus Villigst. Das Martin-Luther-Haus ist bereits im Sommer an die Evangelische Krankenhaus GmbH abgegeben werden, um – falls genehmigt – einem Neubau für betreutes Wohnen zu weichen. Lediglich das Calvin-Haus in der Großen Marktstraße bleibt nach einem Umbau als Haus der Kirche auf jeden Fall im Besitz der Gemeinde.

Zentralisierung

Entschließt sich das 35-köpfige Presbyterium zu dem schwerwiegenden Schnitt, soll im Gegenzug ein neues zentrales Gemeindezentrum in Schwerte-Mitte errichtet werden. „Wir überlegen, es im Umfeld von St. Viktor zu bauen“, so Pfarrer Wuttke. Ein geeignetes Grundstück werde im fußläufigen Bereich der Marktkirche gesucht. „Das bedeutet eine ganz starke Zentralisierung auf St. Viktor hin“, weiß Pfarrer Wuttke. Diese Kirche ist als zentraler Ort für die Gottesdienste vorgesehen. Weitere könnten in der nicht zum Verkauf stehenden Villigster Kirche gefeiert werden – allerdings nicht jeden Sonntag, sondern zu bestimmten Anlässen.

Punkte vor OrtAußerdem will die Gemeinde auf jeden Fall in der Fläche vertreten bleiben. „Wir überlegen, wo wir vor Ort die Punkte für diejenigen haben, die schwache Beine haben“, will Pfarrer Wuttke vor allem Kindern und Senioren weite Wege in die Innenstadt ersparen. In Geisecke könnte beispielsweise Raum durch einen Anbau an die Friedhofskapelle geschaffen werden. Denkbar ist auch eine Zusammenarbeit mit Katholischen Gemeinden, um deren Pfarrheime mitzunutzen. Die jetzigen evangelischen Gemeindehäuser müssten für eine andere Nutzung entwidmet werden. „In einigen Bereichen werden daraus Altenwohnungen“, kennt Pfarrer Wuttke schon Beispiele aus dem Kirchenkreis Iserlohn. Möglicherweise könnte aber auch ein Investor aus den Kirchen etwas total Anderes machen.

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