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Befund als Herausforderung gesehen

SCHWERTE „Ich bin 39 Jahre, liebe einen Mann, bin HIV-positiv und habe Krebs.“ So begann Kay Bohlen gestern seine Lesung. Anlässlich des morgigen Welt-Aids-Tages erzählte der Schauspieler in der Gesamtschule von seiner Krankheit.

von Von Martina Schuch

, 29.11.2007
Befund als Herausforderung gesehen

Kay Bohlen las anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tages in der Gesamtschule.

Mucksmäuschenstill war es im Klassenraum. Zehnt- und Zwölftklässler hörten zu, wie Kay Bohlen davon erzählte, wie er sich 1999 infiziert hatte: nämlich durch ungeschützten Sex.  „Ich habe mich auf den Weg gemacht, meine Krankheit zu ergründen“, so Bohlen. Heute sehe er sie als Herausforderung.Ein Unterstützersystem aufgebaut „Natürlich gab es auch Auseinandersetzungen oder ich stieß auf Ablehnung.“ Aber seit der Diagnose habe er sich ein „Unterstützungssystem“ von Familie, Freunden und ganz besonders seinem Freund aufgebaut. Der sei nicht infiziert. Bohlen sprach ganz offen über seine Erfahrungen. Sehr persönlich. Weil er aufklären möchte, aber auch, weil ihm das selbst hilft, meinte er. Seinen Beruf könne er nur noch bedingt ausführen. Die Therapien und Medikamente zehren. Genauso wie die Angst vor der Angst.Auch körperlich wieder recht fit Trotzdem habe er nicht verlernt zu lachen, sagte Bohlen gestern. Er sei auch körperlich wieder recht fit, so der schlanke Mann im grünen Kapuzenpulli. Früher habe er am Theater auch getanzt. Heute geht er regelmäßig walken. Bohlen: „Ich muss auf mich aufpassen.“ Applaus für den Gast. Und Fragen hatten die Jugendlichen auch. Ob er jemanden angesteckt habe? Oder wie er sich gefühlt habe, als er die Diagnose „Positiv“ bekam? "Es war wie in einem Film" Erstens: Nein, er sei sicher, niemanden angesteckt zu haben. Und zweitens: „Es war wie in einem Film“, so Bohlen. „Es war ein Schock.“ Der lange angedauert habe. Aber trotzdem hat sich der 39-jährige entschlossen, zu kämpfen – auch wenn sich das Leben heftig verändere... Es sei wichtig, dass das Thema auch in den unteren Stufen mitgeteilt werde, fand Schülerin Lina (17) nach dem Besuch. Und es sei wichtig zu wissen, dass man keine Angst haben müsse, wenn jemand HIV-positiv sei.

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