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Gemeinde verliert 500 000 Euro pro Jahr

SCHWERTE Auf die Hälfte schrumpfen die Kirchensteuereinnahmen der Evangelischen Gemeinde Schwerte bis 2025. Statt mit heute noch rund einer Million Euro muss sie dann mit 500 000 Euro auskommen, um Personal und Gebäude zu bezahlen.

von Von Reinhard Schmitz

, 16.11.2007

An die 250 000 Euro verschlingt allein der Trägeranteil an den Betriebskosten der evangelischen Kindergärten, erklärt Joachim Steuer. von der Finanzabteilung beim Kirchenkreis Iserlohn. Einen weiteren Batzen machen die Gehälter von Pfarrerinnen und Pfarrern, Küstern, Hausmeistern, Kirchenmusikern und Verwaltungskräften im Gemeindeamt aus. Zusätzliche Einnahmennur durch Spenden Außerdem müssen Bewirtschaftung und Unterhaltung aller Gebäude von den Zuweisungen des Kirchenkreises finanziert werden. Zusätzliche Einnahmen sind nur durch Spenden im Klingelbeutel oder freiwilliges Kirchgeld der Rentner zu erzielen.

Die dramatischen mittelfristigen Prognosezahlen zwingen die Gemeinde zu den Überlegungen, nahezu alle Gemeindehäuser zu verkaufen (wir berichteten). Schon seit Jahren gehen die Kirchensteuermittel aufgrund der demografischen Entwicklung zurück. "In diesem Jahr ist die große Talfahrt wegen der konjunkturellen Lage nicht erfolgt", freut sich Steuer über einen "Seitwärtstrend". Die Landeskirche gehe sogar von einem Plus von zehn Prozent aus, das allerdings nicht komplett an die Gemeinden weiterfließen könne.

83 Mio. Euro müssen zurückgezahlt werden

Denn im Rahmen des landeskirchlichen Finanzausgleichs müssen 83 Millionen Euro zurückgezahlt werden. Außerdem sind aufgrund der Altersstruktur des Personals verstärkt Mittel für Renten und Versorgungsleistungen zurückzustellen.

Allein stehen die Schwerter mit ihren Finanzsorgen nicht. Andere Gemeinden im Kirchenkreis haben die schmerzliche Anpassung teilweise schon hinter sich. "In Altena war die Situation weitaus kritischer", berichtet Steuer. Dort schrumpfte man von fünf auf zwei Pfarrstellen. Von fünf Gemeindezentren blieb nur das historische Gotteshaus. Eine schöne Sandsteinkirche baute sich ein Unternehmer zum Mehrgenerationenhaus um.

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