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Markant-Markt muss schließen

Ertrag zu niedrig

Alles Engagement und ein 14-Stunden-Tag reichten nicht: Traurig musste Klaus Kerlin am Mittwoch seinen Markant-Markt in Schwerte-Ost schließen. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie Plakate im Schaufenster begründen.

SCHWERTE-OST

von Von Reinhard Schmitz

, 01.11.2012
Markant-Markt muss schließen

Alles Engagement und ein 14-Stunden-Tag reichten nicht: Klaus Kerlin musste gestern den Markant-Markt in Schwerte-Ost schließen, weil zu wenig Kunden kamen.

„Es ging einfach nicht mehr“, zuckt Kerlin mit den Schultern. Die Umsatzzahlen zwangen ihn, die Reißleine zu ziehen. Personal-Reduzierung, eigener Lieferservice, Feste für die Kundschaft – alles nutzte letztendlich nicht. „Die Situation hat sich in den letzten Wochen und Monaten zugespitzt“, weiß Siegfried Dziemballa vom Vermieter, der Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft. Die Umsätze seien zwar in etwa auf Vorjahresniveau geblieben, hätten sich aber in Richtung Aktionsware verschoben.

Deren niedrige Verkaufsspannen schmälerten den Ertrag. Am vergangenen Donnerstag sei schließlich die Entscheidung gefallen, keine neue Ware mehr zu bestellen. Was in den Regalen übrig war, ging gestern mit 50 Prozent Rabatt über das Kassenband. Zeitweise standen die Kunden Schlange mit hochgefüllten Einkaufwagen. Kerlin wünschte sich, es wäre immer so gewesen. „Wenn 40 Prozent der 1000 Einwohner von Schwerte-Ost täglich nur für neun Euro eingekauft hätten, hätte es gepasst“, rechnet er. Gleichzeitig ist es dem 59-Jährigen ein Bedürfnis, seinen treuen Kunden zu danken. Er habe viele nette Leute kennengelernt, seit er im Juni 2010 den Markant übernahm: „Die waren alle meine Kragenweite.“ Auch die Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft habe stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden. „Wir sind Herrn Kerlin dankbar für sein fantastisches Engagement in Schwerte-Ost“, gibt Dziemballa das Lob zurück: „Es ist uns aber nicht gelungen, die Mitglieder zu überzeugen, vor Ort in gleicher Qualität Discounterartikel zu kaufen.“

Damit die Kreinbergsiedlung nicht zur Trabantenstadt wird, möchte Dziemballa den Nahversorgungs-Standort halten, auch wenn er immer subventioniert werden müsse. Ob die Mitglieder ebenfalls dieser Ansicht sind, soll eine Befragung ermitteln. Denkbar wäre auch, dass sie einen eigenen Laden in Form einer Genossenschaft gründen.  

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