Seerücken

Peter Stamm

Für das Scheitern im Alltag ist Peter Stamm Spezialist. Mit seiner scheinbar einfachen, aber recht kunstvollen Sprache berichtet der Autor auch in den zehn Erzählungen in "Seerücken" von verpassten Gelegenheiten im Leben.

von Von Britta Helmbold

, 07.04.2011, 11:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Seerücken

In "Sommergäste" geht es um ein verlassenes Hotel in den Bergen. Der Ich-Erzähler hat sich dort eingemietet, um in Ruhe ein Manuskript fertig zu stellen. Ruhig ist es, doch zum Schreiben kommt er nicht. Es fehlen Strom und Wasser, gemeinsam mit der wortkargen, vermeintlichen Hotelbesitzerin Ana ernährt er sich von kalten Raviolis aus der Dose. Eine seltsame Begegnung mit Sogwirkung.Einsame scheitern

Lakonisch beschreibt Stamm ein gesetztes Paar in "Der Lauf der Dinge". Im Italien-Urlaub muss sich bei der Familie im Nachbar-Ferienhaus erst eine Tragödie ereignen, damit die beiden sich wieder annähern. In "Das Mahl des Herrn" geht es um die Niederlage eines Pfarrers, der aus Verzweiflung beginnt, die Vögel zu füttern. Ein Bio-Bauer, der durch ein Open-Air-Konzert neben seinem Hof eine Bekanntschaft macht, doch den richtigen Moment verpasst, wird in "Seerücken" geschildert.

Knapp, präzise beschrieben und ohne Schnörkel hat Stamm seine überaus lesenswerten Geschichten von den einsamen Menschen entwickelt.Peter Stamm: Seerücken, S. Fischer, 18,95 Euro, ISBN 978-3-10-075133-1.

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