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Ärger trotz Fortschritten an der Kreisstraße

Dauerbaustelle Kreisstraße in Selm

Es geht voran an der Kreisstraßenbaustelle. Auf der Seite des Selmer Bürgerhauses ist der Bürgersteig fertig, auf der gegenüberliegenden Seite kämpfen sich Passanten durch ein Kiesbett – trotz der Fortschritte gibt es weiter Unmut.

Selm

, 18.04.2018
Ärger trotz Fortschritten an der Kreisstraße

Ein Teil des Bürgersteigs an der Kreisstraßen-Baustelle – hier ein Blick auf den neuen Kreisel Beifanger Weg/Landsbergstraße – ist fertig: Der Rest der Baustelle ist aber noch mit Schotter bedeckt. © Günther Goldstein

Hans-Detleff Bundels ist wütend. Sehr wütend. Zusammen mit Horst Kössler betreibt er die Provinzial-Versicherungs-Agentur an der Kreisstraße. Durch die Baustelle sind die beiden extrem eingeschränkt. Jetzt ist der Bordstein vor der Tür fertig – doch die Situation hat sich kaum merklich verbessert.

Unsere Kunden mussten zeitweise durch den benachbarten Blumenladen gehen, um zu uns zu gelangen. Es ist einfach nicht auszuhalten“, sagt der Versicherungsmakler. Jetzt kommen zwar seine Kunden wieder zu ihm – aber auch nur zu Fuß. Bundels: „Seit Beginn der Baustelle (Juni 2017, Anm. d. Red.) können wir unsere Parkplätze nicht nutzen. Die Stadt ist uns zwar mit Parkausweisen entgegengekommen – die nutzen unseren Kunden aber nichts.“

Ärger der Anwohner

Eine Etage höher bei Zahnärztin Cornelia Wolf ist der Ärger ähnlich groß. „Ich hatte schon Strom- und Wasserausfälle mitten in einer Behandlung. Mir bleiben die Patienten weg – die schaffen es teilweise gar nicht hier hin, ohne die Parkplätze im Hof“, sagt sie.

Gerade für ältere Menschen ist der neue Bürgersteig auf der einen Seite und die Schotterpiste auf der anderen Seite sehr gefährlich. Das weiß auch Gabriele Steinberg, die Leiterin des Awo-Ortsvereins Selm. „Zwei Bewohner aus unserem Haus sind schon gefallen, weil der Sand auf dem neuen Bürgersteig so rutschig ist. Auf der anderen Seite können die gar nicht erst laufen“, sagt sie.

Stellenweise ist es auch einfach zu eng. Ein Loch klafft nämlich noch auf dem neuen, fertigen Bürgersteig. Darüber führt eine schmale Brücke. Ein Meter breit. Maria Stockbrink ist momentan auf einen Rollator angewiesen. „Ich kann hier kaum entlangfahren. Wie soll das gehen?“, sagt sie.

Nicht alle Selmer sind verärgert

Doch der Sand wird irgendwann verschwinden. Das bestätigt Stadtsprecher Malte Woesmann gegenüber unserer Redaktion. „Die Steine müssen eingeschlämmt werden, deswegen liegt der Sand darauf“, sagt er und verspricht ein rasches Voranschreiten der Bauarbeiten – die längst nicht mehr im Zeitplan sind. „Im Grunde muss nur noch der Asphalt gezogen werden. Die Baufirma hat uns gesagt, dass das im Mai der Fall ist“, so Woesmann.

Und nicht alle Selmer sind verärgert. Julia Stei etwa. Die junge Mutter hat Schwierigkeiten den Kinderwagen über den Schotter zu schieben, zeigt aber Verständnis. „Die Bauarbeiter machen nur ihre Arbeit, irgendwann muss man damit anfangen. Ich hoffe aber, dass die Baustelle bald fertig ist“, sagt sie. Ebenso positiv nimmt es Verkäuferin Manuela Jaschinski von Collection aha. „So langsam wird es – es kommen auch schon wieder mehr Kunden.“

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