Sensibles Duo war vereint in Harmonie

Klavier-Festival Ruhr

Das Konzert der Weltklassepianistin Maria Joao Pires mit dem brasilianischen Cellisten Antonio Meneses am Donnerstag beim Klavier-Festival Ruhr in Essen gehörte zu den seltenen öffentlichen Auftritten der sich zunehmend rar machenden 71-jährigen Künstlerin. - Ein seltenes Erlebnis.

ESSEN

, 03.06.2016, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sensibles Duo war vereint in Harmonie

Die portuguiesische Pianistin Maria Joao Pires hat beim Klavier-Festival Ruhr eines ihrer seltenen Konzerte gegeben.

Trotzdem war die Essener Philharmonie nicht gerade gut besucht. Pires und Meneses harmonierten in ihrer feinsinnig-sensiblen Art im Ausdruck gut.

Beweis dafür war eingangs Beethovens zweite Cellosonate, die Beiden mit großer Ruhe, dabei spielerisch und klar, eben ganz "klassisch", vortrugen. Im Vordergrund stand das singende, immer wieder tonlich aufblühende Cello.

Schwebende Stimmungen

Die erste Cellosonate von Brahms spielten die auf dem Podium nur wenig Blickkontakt pflegenden, doch in der Musik vereinten Solisten fein abschattiert. Ihr beseeltes Spiel erzeugte schwebende Stimmungen. Das Menuett federte, das Schluss-Allegro hatte den nötigen Drive.

Pires verlieh dazwischen Beethovens letzter Klaviersonate auf ihre natürliche, aber tiefgründige Art Farbe und Ausdruck. Die abschließende Arietta kam poetisch und mit viel Spannung daher.

Mit Noten gespielt

Antonio Meneses erhielt, weil die Musiker die "Suite populaire espagnole" von de Falla kurzfristig aus dem Programm genommen hatten, mit der zweiten Cellosuite von Bach auch noch sein Solo.

Er wählte in dem von ihm überraschend nicht auswendig, sondern nach Noten gespielten Werk einen Mittelweg zwischen barocker Aufführungspraxis und romantischem Überschwang. So formte er die Melodiebögen sehr klar und fließend.

Mendelssohns "Lied ohne Worte" op. 109 gab es als passend als zarte Zugabe bei diesem Konzert des Klavier-Festivals Ruhr.