„Smishing“ - Polizei warnt vor immer mehr Betrugsfällen per SMS

Betrugs-Welle

Durch ganz Deutschland rollt eine „Smishing“-Welle, so die Polizei. Kriminelle verschicken immer häufiger Schadsoftware per SMS. Ein Betriebssystem ist dafür besonders anfällig.

Köln

14.04.2021, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim sogenannten Smishing setzen Kriminelle darauf, dass Verbraucher auf den mitgeschickten Link klicken und sich in einem nächsten Schritt unwissentlich eine Schadsoftware runterladen.

Beim sogenannten Smishing setzen Kriminelle darauf, dass Verbraucher auf den mitgeschickten Link klicken und sich in einem nächsten Schritt unwissentlich eine Schadsoftware runterladen. © picture alliance/dpa

Phishing kennt fast jeder - man muss nur mal in seinen Spam-Ordner gucken, um Abzocke-Emails zu finden. Smishing ist das gleiche in grün, aber für Smartphones gemacht: Hier startet die Betrugsmasche als SMS. Und die Betrugs-SMS sorgen für Probleme in ganz Deutschland.

Nachdem mehrere Polizei-Dienststellen sich seit Monatsbeginn zu Wort gemeldet und vor „Smishing“ - also dem illegalen Datenabgreifen über SMS - gewarnt haben, meldete sich nun auch die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) in Köln zu Wort.

„Das ist eine außergewöhnlich große Häufung von Vorfällen, wir sprechen von einer Welle“, sagte Staatsanwalt Christoph Hebbecker. Die Kurzmitteilungen sind häufig als angebliche Information zur Paket-Sendungsverfolgung getarnt. Da in Corona-Zeiten tatsächlich viele Menschen auf Pakete warten, sinkt die Hemmschwelle zum Klicken.

Android-Handy anfälliger für Schadsoftware

Wer ein Android-Handy hat und auf den mitgeschickten Link geht, der sollte sich danach auf keinen Fall eine als Paketdienst getarnte Schadsoftware herunterladen. Nutzer von Apple-Smartphones sind nicht so stark gefährdet, da bei ihnen der Download dieser Fake-App nicht möglich ist. Sie kommen über den Link häufig zu Fake-Webseiten, wo sie persönliche Daten preisgeben sollen.

Genaue Zahlen zum Ausmaß des Internet-Betrugs gibt es nicht. Die Netzbetreiber setzen unter anderem Missbrauchserkennungssoftware ein. Werden von einer Kundennummer in einem Monat plötzlich Tausende SMS versendet, wird bei den Kunden nachgefragt. Die Netzbetreiber schreiten dann ein und sperren Verbindungen zu den Links, die in den Botnetzen die Runde machen.

Vodafone spricht von „einer neuen Phishing-Welle“

Allein im April hat die Deutsche Telekom bisher 55.000 solcher Verbindungsversuche unterdrückt und konnte so verhindern, dass Kunden sich eine Schadsoftware herunterladen. Bei Vodafone ist auch von „einer neuen Phishing-Welle“ die Rede.

Und was tun, wenn man achtlos war und doch die Software runtergeladen hat? Im Flugmodus offline gehen, Daten sichern und das Handy auf Werkseinstellungen zurücksetzen - also das Smartphone leeren und von vorne anfangen. Zudem bieten die Netzbetreiber Sicherheitsprodukte an, die das Herunterladen von Schadsoftware blockieren - bei Vodafone nennt sich das „SecureNet Service“.

dpa

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