So klappt es mit dem Hund am Arbeitsplatz

mlzHund im Büro

Hunde im Büro - das ist nicht überall selbstverständlich. Wer sein Haustier mit zum Arbeitsplatz nehmen möchte, muss einen verständnisvollen Chef und ebensolche Kollegen haben.

Dortmund

, 30.08.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Deutsche Tierschutzbund mit Sitz in Bonn ruft jedes Jahr zur Aktion „Kollege Hund“ auf. Ziel ist es, Unternehmen dazu zu bringen, für einen Tag das Tier am Arbeitsplatz probehalber zu erlauben. Und später dann vielleicht für immer. Denn je mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern erlauben, ein Tier mitzubringen, umso weniger Tiere müssen zu Hause stundenlang allein auf Herrchen oder Frauchen warten - oder am Ende im Tierheim leben.

Hunde-Knigge erarbeitet

Kristian Peters-Lach, Pressesprecher des Unternehmens „Fressnapf“ mit Sitz in Krefeld, erklärt dazu: „Bei uns ist der Kollege Hund tagtäglich gern gesehener Gast - und das seit 30 Jahren.“ Um die menschlich-tierische Zusammenarbeit zu regeln, seien alle Tiere versichert und geimpft.

Dabei sind allerdings auch Regeln zu beachten, damit das Miteinander von menschlichen und tierischen Kollegen auch gut funktioniert. Und auch der Hund muss sich wohlfühlen. Bei Fressnapf habe man, so der Pressesprecher, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen einen ,Hunde-Knigge´ erarbeitet. „Darin steht zum Beispiel, dass die Hunde in Büros herzlich willkommen sind, auf dem Gelände an der Leine zu führen sind und der Zutritt zu Kantine, Waschräumen oder Konferenzräumen tabu ist.“

Der Bundesverband Bürohund e. V. (BVBH) mit Sitz in Berlin setzt sich seit seiner Gründung in 2014 für die vereinfachte Zulassung von Hunden in Büros ein. Markus Beyer ist der Vorsitzende. „Ich bin Trainer für Hundehalter in Berlin“, erzählt der 57-Jährige. „Und viele haben mich gefragt, ob ich ihrem Hund nicht das Alleinsein beibringen könne. Da habe ich mich gefragt: Warum?“ Nach nur einem Jahr stellt Beyer fest: Der Bedarf ist riesig. „Erst haben mich fast nur Hundehalter kontaktiert, heute fragen die Unternehmen: Was können wir machen, um Hunde zu integrieren?“ Mittlerweile hält Beyer bundesweit Seminare für Entscheidungsträger in Unternehmen.

Der Wau-Effekt

Die Vorteile für Unternehmen seien immens: So könne auch dem dramatischen Anstieg von psychischen Erkrankungen und Burnout mithilfe der Eingliederung von Hunden im Büro entgegengewirkt werden, glaubt Beyer. „Der Hund erdet einen, bringt den Halter und die Kollegen zum Lächeln.“

Auch Psychotherapeut Christian Lüdke aus Lünen glaubt an die positive Wirkung von Hunden am Arbeitsplatz. Er ist selbst Hundebesitzer. „Man könnte es den Wau-Effekt nennen“, sagt der 59-Jährige. „Ein Hund ist ein unheimlicher Sympathieträger, der eine starke Bindung zum Menschen eingeht.“ Dabei würden Glückshormone ausgeschüttet und gleichzeitig Stresshormone abgebaut. „Hundebesitzer haben weniger Stress als andere Menschen. Und das überträgt sich natürlich auch auf die Kollegen“, erklärt der Psychotherapeut.

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