Später Ruhm

Arthur Schnitzler

1894 geschrieben und im Nachlass "vergessen" - erst jetzt ist Arthur Schnitzlers (1862-1931) Novelle "Später Ruhm" erschienen. Ein kleines Meisterwerk des noch heute auf den Theaterbühnen viel gespielten Dramatikers, das nun selbst späten Ruhm ernten dürfte.

von Von Britta Helmbold

, 15.06.2014, 12:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Später Ruhm

Späten Ruhm erfährt der alte Mann Eduard Saxberger. Ein junger Mann sucht ihn auf und zeigt sich begeistert von Saxbergers Jugendwerk, ein Gedichtbändchen. Seitdem hat er nichts mehr veröffentlicht und führt eine bürgerliche Existenz. Er schließt sich dem Kreis seiner jungen Verehrer an, fühlt sich wieder als Dichter bei den Diskussionsrunden über die "wahre Kunst". Doch bemerkt er bald, dass er nicht mehr schreiben kann.Literarische Boheme

Es ist ein Porträt der literarischen Boheme, eine Parodie, die mit ihren Figuren auf reale Personen anspielt. Die Ängste und Zweifel der Mitglieder des Zirkels dürften vermutlich auch den damals 32-jährigen Schnitzler geplagt haben. Denn der Arzt schrieb die Novelle nach "Anatol" und vor seinem Durchbruch mit "Liebelei". Und den Konflikt zwischen künstlerischem Schaffen und bürgerlicher Existenz lebte auch Schnitzler.

Arthur Schnitzler: Später Ruhm, Zsolnay, 17,90 Euro, ISBN 978-3-552-05693-0.

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