Spaghetti-Bäume und fliegende Pinguine: Diese Aprilscherze schrieben Geschichte

1. April

Der erste April ist traditionell ein Tag voller erdachter Geschichten und Verwirrung. Viele Scherze geraten schnell wieder in Vergessenheit. Über andere redet man länger. Ein Überblick.

Berlin

01.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pinguine sind niedlich - fliegen können sie aber nicht.

Pinguine sind niedlich - fliegen können sie aber nicht. © picture alliance/dpa

Nach Herzenslust flunkern, ohne dabei ernsthaften Schaden anzurichten: Das ist das Ziel von Aprilscherzen. In der Vergangenheit waren manche von ihnen so kreativ, dass noch Jahrzehnte später über sie gesprochen wird.

Spaghetti, die auf Bäumen wachsen

Dank eines milden Winters sei die Spaghetti-Ernte im Schweizer Tessin dieses Mal besonders erfolgreich ausgefallen, meldete der britische Fernsehsender BBC am 1. April 1957. In einem rund zwei Minuten langen Schwarz-Weiß-Film zeigte er Frauen, die die schnurförmigen Nudeln von Bäumen pflücken. Was heutzutage vielen Menschen wohl höchstens noch ein müdes Lächeln abringen würde, sorgte damals für reichlich Verwirrung, denn Spaghetti galten in Großbritannien noch als eher exotisches Gericht. „Die Reaktion auf den Film war riesig“, heißt es heute auf der BBC-Homepage. Gerüchten zufolge riefen zahlreiche Zuschauer bei dem Sender an und wollten wissen, wie sie ihr eigenes kleines Spaghetti-Bäumchen pflanzen könnten.

Fliegende Pinguine

Um ihre Zuschauer zu veräppeln, legte sich die BBC auch rund ein halbes Jahrhundert später mächtig ins Zeug: In einer aufwendig produzierten Kurzdokumentation wurde 2008 eine angeblich neu entdeckte fliegende Pinguin-Kolonie gezeigt. „Diese kleinen Kerle können etwas, was keine anderen Pinguine können“, ruft ein aufgeregter Reporter in die Kamera - dann heben die Tiere mithilfe von Computeranimation in Richtung Südamerika ab. Das angeblich in der Antarktis gedrehte Video - in Wahrheit stand der Reporter die ganze Zeit in einem Studio - erlangte Kultstatus.

Ein Ufo über London

Auch hier war Verwirrung vorprogrammiert: Im Jahr 1989 stoppten mitten auf einer Autobahn bei London zahlreiche Autofahrer, um ein vermeintliches Ufo zu beobachten, das gerade über ihren Köpfen schwebte. In Wahrheit war’s Richard Branson, Chef des Virgin-Konzerns. Als Marsmensch verkleidet saß er in einem Ufo-förmigen Heißluftballon. Die Polizei, die deshalb extra ausrücken musste, war im ersten Moment eher „not so amused“ über Bransons Schabernack. Der hingegen feierte sich noch Jahre später für seine Idee.

Punkteerlass in Flensburg

Kurz gefreut haben dürften sich am 1. April 2011 einige deutsche Verkehrssünder: Mehrere Radiosender hatten sich zusammengetan und vermeldet, das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg wolle per Lotterie Punkte erlassen, um so das eigene schlechte Image aufzubessern. Mit „punkteerlass.de“ gab es für die Aktion kurzzeitig sogar eine eigene Homepage. Nicht ganz so witzig dürfte man den Scherz im echten Bundesamt gefunden haben: Dort standen an dem Tag die Telefone nicht still.

Eine Hummel, die Eiswürfel liebt

Auf lange Sicht vielleicht nicht ganz so berühmt geworden, aber dafür umso niedlicher war die Aprilscherz-Idee des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) im Jahr 2015: Er erfand die Gletscherhummel. Aufgrund der damals kühlen Temperaturen könnte sich die „Bombus glacialis“, die eigentlich unter anderem in Grönland lebe, plötzlich auch in Deutschland heimisch fühlen, hieß es in einer Mitteilung. Einen Tipp, die exotische Insektenart anzulocken, gab es gleich inklusive: „Hummelfreunde, die der Gletscherhummel helfen wollen, sollten Wasser in einer Eiswürfelform gefrieren lassen, um es dann in einer Eiswürfeltränke im Garten oder auf dem Balkon bereitzustellen.“ Gesagt, getan: Beim Nabu gingen in den folgenden Tagen zahlreiche Fotos von angeblichen Gletscherhummeln ein.

RND

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