Spahn: Astrazeneca-Impfungen in Deutschland wieder freigegeben

Coronavirus

Deutschland hatte nach Berichten über Hirnvenen-Thrombosen am Montag die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca ausgesetzt. Jetzt hat sie Gesundheitsminister Jens Spahn wieder freigegeben.

Berlin

18.03.2021, 20:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin sind in Deutschland wieder freigegeben.

Die Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin sind in Deutschland wieder freigegeben. © picture alliance/Symbolbild

In Deutschland werden die Corona-Schutzimpfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca fortgesetzt. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstagabend in Berlin an. Damit folgte er einer Empfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA). Schon im Laufe des Freitags solle mit dem Impfen wieder begonnen werden, sagte Spahn.

„Uns bestätigt die Analyse der EMA in unserem Vorgehen“, betonte der CDU-Politiker. „Es war richtig, die Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich auszusetzen, bis die auffällige Häufung der Fälle dieser sehr seltenen Thombosenart analysiert worden ist.“

Die EMA hatte zuvor nach mehrstündigen Beratungen erklärt, der Impfstoff sei sicher. Man sei nach wie vor davon überzeugt, dass die Vorteile der Astrazeneca-Impfung gegen das Coronavirus die Risiken durch die Erkrankung Covid-19 überwögen, sagte EMA-Direktorin Emer Cooke in Amsterdam.

Laut EMA gibt es bisher keinen Nachweis dafür, dass es zwischen den aufgetretenen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen und der Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca einen Zusammenhang gibt. Die Behörde schließt das aber auch nicht definitiv aus, weshalb es weitere Untersuchungen geben soll.

Die EMA argumentiert allerdings, dass die gefährlichen Sinusvenenthrombosen im Zusammenhang mit den Impfungen nicht öfter auftreten, als sie normalerweise in der Bevölkerung verbreitet sind. Zur Sicherheit werde aber eine extra Warnung vor den Thrombosen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen, erklärte die Behörde.

Mehrtätiger Astrazeneca-Impfstopp

Deutschland und eine Reihe weiterer Staaten hatten Anfang dieser Woche einen Impfstopp verfügt, nachdem es in zeitlicher Nähe zur Immunisierung bei mehreren Menschen zu einem gefährlichen Blutgerinnsel in Hirnvenen gekommen war. In Deutschland wurden bis Donnerstag 13 derartige Fälle ermittelt – bei mehr als 1,6 Millionen Impfungen.

Zuvor hatten auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und der Hersteller selbst erklärt, dass keine Belege für einen erhöhtes Risiko des Vakzins für Thrombosen vorlägen. Nach Angaben des Unternehmens gab es bisher 37 Berichte über Blutgerinnsel unter mehr als 17 Millionen Geimpften in der EU und in Großbritannien. Diese Zahl sei viel geringer, als es bei einer Bevölkerung von dieser Größe „auf natürliche Weise“ zu erwarten wäre. Zudem sei sie ähnlich niedrig wie bei anderen zugelassenen Coronavirus-Impfstoffen, argumentierte der britisch-schwedische Konzern.

Seit Montagnachmittag werden in Deutschland nur die Vakzine der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna verimpft. Rund 1,5 Millionen Dosen des Astrazeneca-Präparates liegen seitdem ungenutzt in den Kühlschränken.

Mittlerweile sind in Deutschland 3,1 Millionen Menschen – das sind 3,7 Prozent der Gesamt­bevölkerung – vollständig geimpft. Knapp sieben Millionen Menschen haben mindestens eine Impf­dosis erhalten.

Wir berichten an dieser Stelle weiter.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt