Spahn: „Gedanklich auf eine zweite Welle vorbereiten“

Coronavirus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einen Corona-Expertenkreis bilden, um auf eine mögliche zweite Welle bestmöglich vorbereitet zu sein.

Berlin

07.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, will auf eine zweite Infektionswelle vorbereitet sein.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, will auf eine zweite Infektionswelle vorbereitet sein. © picture alliance/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einen Corona-Expertenkreis mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen, mit Hygienikern und Virologen sowie Epidemiologen einrichten. „Es ist wichtig, dass wir uns gedanklich auf eine zweite Welle vorbereiten“, sagte Spahn am Donnerstag in einem Statement.

Im Kreis der Experten solle dann besprochen werden, was zu tun sei, „um uns auf den Fall der Fälle vorzubereiten“, ergänzte Spahn. Außerdem müsse man Parameter festlegen und identifizieren, die vor einer zweiten Welle warnen und diese anzeigen.

Regionalen Ansatz „kann ich nur unterstützen“

Der von Bund und Ländern am Mittwoch gefasste Beschluss, dass Kommunen und Landkreise künftig je nach Lage regional mit Lockerungen und Verschärfungen der Maßnahmen reagieren, begrüßte Spahn. „Diesen Ansatz kann ich nur unterstützen“, sagte der CDU-Politiker. Es sei normal, dass dieser Schritt gegangen werde.

Dennoch warnte Spahn noch einmal davor, die Corona-Krise als überstanden zu deklarieren. „Ich habe einige Reden im Bundestag gehört, die den Eindruck vermitteln, wir wären durch. Aber wir sind noch mitten in der Pandemie“, betonte Spahn. Es sei weiterhin maßgeblich, dass jeder Bürger dabei mithelfe, „dass es das Virus schwer hat“.

50 Millionen Euro für den öffentlichen Gesundheitsdienst

Außerdem forderte der Bundesgesundheitsminister, die Kapazität von knapp einer Million möglichen Corona-Tests pro Woche auszuschöpfen. Das ist Teil eines Gesetzentwurfes, den die große Koalition ins Parlament eingebracht hat.

Besonders im Gesundheitswesen - in Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen - sollen Personal und Patienten respektive Bewohner großflächig getestet werden, um Infektionsherde schnell zu erkennen. Deutlich mehr Tests, auch präventive, sollten von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden.

Außerdem sieht der Gesetzentwurf eine weitere Unterstützung des gesamten öffentlichen Gesundheitsdienstes vor. „Das ist gerade in dieser Phase von besonders großer Bedeutung“, sagte Spahn. Der Bund werde deshalb 50 Millionen Euro investieren. Davon solle auch die Prämie für Pflegefachkräfte von 1000 Euro finanziert werden.

Verbot von Konversionstherapien „sehr wichtig“

Die Entscheidung des Robert-Koch-Instituts, künftig auf regelmäßige Lageberichte zu verzichten, „respektiere ich“, sagte Spahn. Die Informationen blieben über das Online-Angebot erhalten. „Und gleichzeitig hat das RKI ja deutlich gemacht, dass es für Anfragen weiterhin zur Verfügung steht und anlassbezogen informieren wird“, sagte der CDU-Politiker.

Das gesetzliche Verbot von Konversionstherapien zur „Heilung“ von Homosexualität, das zeitnah vom Bundestag beschlossen werden soll, bezeichnete Spahn als „sehr wichtig“. „Wo keine Krankheit ist, braucht es auch keine Therapie.“ Als Gesellschaft müsse man klar ausdrücken, dass man jeden so akzeptiere, wie er sei.

RND

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