Spahn rechnet mit drei Millionen Impfdosen von Astrazeneca im Februar

Impf-Chaos

Das Unternehmen Astrazeneca wird zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant. An seinem ehrgeizigen Impfversprechen hält der Gesundheitsminister Jens Spahn dennoch fest.

Berlin

23.01.2021, 20:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jens Spahn (CDU, links), Bundesminister für Gesundheit hält an seinem ehrgeizigen Impfversprechen fest.

Jens Spahn (CDU, links), Bundesminister für Gesundheit hält an seinem ehrgeizigen Impfversprechen fest. © dpa

Trotz verringerter Lieferzusage des Impfstoffherstellers Astrazeneca an die EU rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn für Deutschland „im Februar mit mindestens drei Millionen Impfdosen“. Das sei „leider weniger, als erwartet war“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“.

Er traf die Aussage unter der Voraussetzung, dass der Impfstoff von Astrazeneca wie erwartet Ende Januar in der EU zugelassen wird. Es zeige sich einmal mehr, dass die Produktion von Impfstoffen deutlich komplexer sei, als manche Überschrift vermuten lasse, sagte er.

Astrazeneca wird nach einer Zulassung zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant, hatte eine Sprecherin des britisch-schwedischen Unternehmens am Freitag mitgeteilt. Grund sei eine geringere Produktion an einem Standort in der europäischen Lieferkette. Wie „Bild“ berichtet hatte, muss der Impfstoff wegen der aufgetauchten Mutationen in einigen Ländern angepasst werden.

Bereits auf Halde produzierte Impfstoffe könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen eines Brandes in einem Werk noch nicht klar. In dieser Woche war es bereits zu einem Lieferengpass der Hersteller Biontech und Pfizer gekommen.

Spahn erneuerte sein Versprechen, dass im Sommer allen Bürgern eine Impfung angeboten werden könne, wenn die erwarteten Zulassungen weiterer Impfstoffe kommen. Auch am Ziel, die erste Gruppe von Impfkandidaten „bis Ende März“ durchzuimpfen, hielt er fest. Zu der Gruppe gehören Über-80-Jährige, Pflegeheimbewohner und Medizin- und Pflegepersonal.

Kritik an einem mangelnden Impftempo in Deutschland iminternationalen Vergleich wies der Minister zurück. „Sinnvollvergleichen können wir in zwei oder drei Monaten.“ Deutschland habe mit den Pflegeheimen angefangen, das sei aufwendiger und dauere länger.

RND/dpa

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