PCB-Belastung: BergAUF fordert die Stilllegung von zwei Betrieben

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SPD und Grüne wollen Aufklärung über die Belastung mit giftigem PCB im Umfeld des Gewerbe- und Industriegebiets Neu-Monopol. Die Fraktion BergAUF geht noch einen Schritt weiter.

Bergkamen

, 24.08.2020, 10:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Stadtrat an diesem Dienstag im PZ des Gymnasiums zusammentritt, wird er sich mit einem Thema beschäftigen, das bisher nicht auf der Tagesordnung steht. Grüne und SPD verlangen Aufklärung über die PCB-Belastung, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in der Umgebung des Gewerbegebiets Neu-Monopol gemessen hat.

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Das Lanuv hat eine Belastung mit dem als krebserregend bekannten Stoff im Löwenzahn gemessen. Daraufhin hat die Bezirksregierung davor gewarnt, Blattgemüse wie Salat oder Kohl aus den Gärten in der Umgebung des Gewerbegebiets zu essen. Einen Verdächtigen gibt es auch schon: Die Firma M&R Recycling Solutions, seit einigen Monaten eine Tochter des Entsorgungskonzerns Rethmann aus Lünen.

Die SPD will Experten hören, die Grünen wollen schnelle Information

Die SPD, die größte Fraktion im Bergkamener Stadtrat, drängt auf Informationen aus erster Hand. Die Stadt soll Vertreter der Bezirksregierung und möglichst auch des Lanuv spätestens zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr am 21. September einladen. „Wir gehen davon aus, dass auch die Stadt nicht viel mehr Informationen hat, als die Bezirksregierung öffentlich gemacht hat“, sagte der Fraktionsvorsitzende Bernd Schäfer. Deshalb sollen die Experten in den Fachausschuss eingeladen werden.

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Das geht den Grünen jedoch nicht schnell genug, wie der Fraktionsvorsitzende Jochen Wehmann sagte. „Wir gehen davon aus, dass die Bewohner in dem Bereich sehr verunsichert sind und wollen Informationen so schnell wie möglich“, machte er deutlich. Er gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung sehr wohl auch im Detail informiert sei.

BergAUF fordert vorsorgliche Stilllegung von zwei Betrieben

Die Fraktion BergAUF geht in einer öffentlichen Erklärung deutlich weiter: Sie fordert die vorsorgliche vorübergehende Stilllegung von zwei Betrieben, die ihrer Meinung nach verdächtig sind, für die erhöhte PCB-Konzentration verantwortlich zu sein. Dazu gehört für die kleinste Fraktion im Rat neben M&R auch das benachbarte Innogy-Kraftwerk, das Altholz verbrennt, um Strom zu gewinnen. Dagegen spricht jedoch, dass durch den Kraftwerks-Schornstein ausgestoßene Schadstoffe vermutlich gar nicht in der unmittelbaren Umgebung niedergehen würden.

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BergAUF fordert, beide Betriebe sofort stillzulegen, bis der Verursacher feststeht. Die Beschäftigten müssten ihre Löhne und Gehälter weiter bekommen und selbst auf eine PCB-Belastung untersucht werden.

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