Sperre für Bundesliga-Trainer: Bochums Dutt vor DFL-Versammlung empört

mlzNach Gelb für VfL-Coach

Für Fußball-Trainer gelten neue Regeln. Schiedsrichter können sie mit einer Gelben oder Roten Karte bestrafen. Nicht allen gefällt das. Vor allem Robin Dutt vom VfL Bochum ist empört.

Bochum

, 20.08.2019, 10:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Emotionale Ausbrüche sind bei VfL-Coach Robin Dutt äußerst selten, aber sie kommen vor: Nach der 0:1-Niederlage beim Hamburger SV am vergangenen Wochenende ließ der 54-Jährige seinen Ärger nicht an der eigenen Mannschaft, sondern am Unparteiischen aus. Nach dem Abpfiff ging er auf Schiedsrichter Christian Dingert zu und schimpfte über zwei Entscheidungen in der Schlussphase.

Und weil sich Dutt nach Meinung des Referees zu sehr beschwerte, sah der Fußballlehrer die Gelbe Karte – ein Novum in der Bundesliga. Denn die Regel, dass auch Trainer verwarnt oder mit Rot des Feldes verwiesen werden können, ist in dieser Saison neu. Sie gilt zum Beispiel für das Verlassen der Coaching-Zone, bei Protesten oder respektlosen Gesten. Dass sich Bochums Übungsleiter damit so gar nicht anfreunden kann, daraus macht er keinen Hehl.

Robin Dutt ist verärgert

Schon in der Pressekonferenz im Hamburger Volksparkstadion sagte er aus freien Stücken: „Ich habe mich beim Schiedsrichter über zwei Szenen in der Schlussphase beschwert. Herr Dingert sagte mir dann, dass auch er mal einen Fehler machen könne. Daraufhin habe ich gesagt: Das kann nicht ernsthaft ihre Antwort sein. Plötzlich sehe ich dafür die Gelbe Karte. Das ist nicht mehr meine Welt, das macht keinen Spaß mehr. Da verliere ich den Respekt vor der Autorität des Schiedsrichters.“

Auf seinem Instagram-Kanal legte Dutt sogar nach. Dort zeigt er eine strittige Spielsituation und kommentiert: „Über dieses gefährliche Spiel wird man nach dem Schlusspfiff doch mal diskutieren dürfen. Oder man zeigt halt die Gelbe Karte. Oder ich versuche einfach emotionslos zu bleiben. Keine Ahnung, wie das gehen soll. Ich kann mir ja meine Gedanken nach drei Gelben Karten machen, wenn ich zum ersten Mal in keiner Karriere für ein Spiel auf die Tribüne muss.“

DFL tagt dazu am Mittwoch

Ob es so weit überhaupt kommen kann, entscheidet an diesem Mittwoch (21.8.) der Ligaverband, die DFL. Dutt ist nämlich nicht der einzige Trainer, der sich öffentlich gegen eine Sperre nach drei oder vier Verwarnungen ausgesprochen hat. Amtskollegen aus der Bundesliga, zum Beispiel Julian Nagelsmann von RB Leipzig oder Florian Kohfeldt von Werder Bremen, sind ebenfalls dagegen. Bei einer Generalversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten in Berlin kommt das Thema deshalb noch einmal auf den Tisch.

Dabei soll konkret über mögliche Konsequenzen entschieden werden. Der Antrag, den die DFL zur Abstimmung vorlegt, sieht bislang eine Sperre nach vier Verwarnungen vor. Die Regel an sich, dass auch Trainer eine Gelbe oder Rote Karte sehen können, bleibt ohnehin bestehen. Denn die wird zentral von der FIFA vorgegeben. Zum genauen Strafmaß macht der Weltverband aber keine genauen Vorgaben.

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