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Sprungmann sattelt den Mustang

Motorsport

Letztes Jahr kam das Aus früh. 2018 geht Oliver Sprungmann beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mit neuem Auto und neuem Elan an den Start.

DORSTEN

von Horst Lehr

, 22.03.2018
Sprungmann sattelt den Mustang

Oliver Sprungmann mit der zivilen Straßenversion seines Ford Mustang.Lehr

Nach dem Neuaufbau des verunfallten Fahrzeugs fuhr Sprungmann mit seinem OVR Racing Team vor Jahresende noch ein Vier-Stunden-Rennen in der Rundstrecken- Challenge (RCN). Dabei konnte der Dorstener ein letztes Mal das Leistungsvermögen des in die Jahre gekommenen Ford Focus RS ausreizen und dabei endlich seine magische Schallmauer von 10:00 Minuten auf der Nordschleife plus Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurses unterbieten.

Danach ergab sich für das Team mit dem Ankauf eines Ford Mustang eine viel versprechende Gelegenheit. Bei einem Ortstermin wurden sich Käufer und Verkäufer schnell handelseinig, denn mit gerade mal 6000 Rennkilometern Laufleistung, einem speziellen Rennfahrwerk mit passender Bremsanlage und einem 5-Liter-V8-Motor mit einer Leistung von rund 450 PS hatte der Wagen die passenden Basisdaten. Der infernalische Sound kam als Gimmick noch dazu. Sprungmann erinnert sich: „Schon beim Einsteigen war klar: Der ist es“.

Im November fuhr das Team mit dem neuen Sportgerät zu einem Tracktest auf die Rennstrecke von Spa-Francorchamps in Belgien. Der Ardennenkurs ist mit seinem speziellen Layout noch einer der letzten echten Naturkurse und bietet in Teilbereichen vergleichbare Streckenverhältnisse wie der Nürburgring. Das Dorstener Team wollte an diesem Tag die speziellen Fahreigenschaften des Autos näher kennen lernen, fuhr aber nicht auf Bestzeit. Sprungmann sagt lächelnd: „Schon nach den ersten Runden auf trockener Strecke habe ich gedacht, wir beide werden echte Freunde.“

Im Tagesverlauf konnten verschieden Einstellungs- und Reifenvarianten getestet werden, aber die „Eau Rouge“ − eine absolute Mutkurve − wurde vorsichtshalber noch nicht unter Volllast gefahren.

Nach dem Funktionstest erstellte das Team ein Lastenheft mit den noch notwendigen Umbauarbeiten. Dazu zählten unter anderem ein neuer Frontsplitter und ein modifizierter Heckflügel. Im Innenraum wurden neue Displays verbaut und die für den Rennbetrieb notwendigen Ersatzteile angeschafft. Durch einen Kontakt kam das Team mit dem bekannten PS-Profi Jean Pierre „JP“ Kraemer ins Gespräch und dieser erklärte sich bereit, das Team zu unterstützen. Er entwarf das rassige Renndesign des Wagens und filmte die Folierung. Die daraus entstandene „You Tube“-Version hat bisher schon 575.000 Klicks erhalten.

Für die Namensgebung erinnerte sich das Team an den „King of cool“ Steve Mc Queen, der mit seinem 68er Ford Mustang in dem Kultfilm „Bullit“ eine legendäre Verfolgungsjagd zeigte und damit den Mythos dieses ersten amerikanischen Pony-Cars unsterblich machte. Mc Queens Enkelin Molly wurde zur Namensgeberin und auch das Kennzeichen des Filmmodells die „109“ ließ sich das Team für die anstehenden Rennen als feste Startnummer reservieren.

Das OVR Racing Team plant die Teilnahme am diesjährigen 24-Stunden-Rennen in der grünen Hölle und wird im Vorfeld auch das sechsstündige Qualifikationsrennen bestreiten. Am nächsten Wochenende will das Team im Rahmen der 64. Westfalenfahrt am Freitag an den Test und Einstellfahrten teilnehmen. Oliver Sprungmann ist die Vorfreude deutlich anzumerken: „Dann“, sagt er, „werden wir das Pony zum ersten Mal über die Nordschleife reiten.“