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Hotel der Zukunft entsteht an der Berkelmühle

Smartel geplant

Der Bettenschwund hat ein Ende. An der Berkelmühle in Stadtlohn wird im nächsten Jahr ein neues Hotel mit 80 Betten gebaut. Nicht irgendein Hotel, sondern das Hotel der Zukunft. Das Smartphone spielt dabei ein Schlüsselrolle. Darum heißt das Pilotprojekt: Smartel.

STADTLOHN

, 09.09.2016
Hotel der Zukunft entsteht an der Berkelmühle

Die Investoren Winfried Tenbrink und Tobias Groten freuen sich mit Bürgermeister Helmut Könning auf den wegweisenden Hotelneubau an der Berkel.

Die Investoren sind echte Experten: Die Stadtlohner Unternehmerfamilie Tenbrink, richtet europaweit Hotels ein. Und das Ahauser Unternehmen Tobit-Software ist seit Jahren auch mit digitalen Ideen und Hotelbereich unterwegs - in Theorie und Praxis.

Gebaut wird auf dem Grundstück der Berkelmühle, dort, wo heute noch der Berkelmarkt steht. Das Grundstück gehört seit 2013 der Stadt Stadtlohn. Das Landhandelgebäude an der Burgstraße wird Anfang 2017 abgerissen. Anfang 2018 sollen die ersten Gäste im Smartel einchecken.

Smartphone ist Schlüssel

Seit der Schließung des Hotels Lohn Ende 2014 gibt es in der Stadtlohner Innenstadt keine Hotelbetten mehr. Ein Mangel, den Stadtlohn mit vielen anderen Klein- und Mittelstädten teilt. "Während sich heute kaum noch Pächter finden, die einen familiären Hotelbetrieb führen möchten, sind kleinere Städte für Hotelketten uninteressant", sagt Tobias Groten, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Tobit Software.

Das neue Hotel in Stadtlohn verzichtet auf den klassischen Hotelier. Es gibt auch keine Rezeption, kein Restaurant und keinen Konferenzraum. Buchung und Bezahlung erfolgt über das Smartphone, das zugleich Zimmerschlüssel ist und der Wegweiser zu Bäckern, Bars und Restaurants in Stadtlohn. Oder auch der Fahrradschlüssel zum E-Bike und oder der Ladenöffner für den E-Kiosk. Kaffeeautomaten gibt es auf jedem Zimmer. "Und wer möchte, kann schon vor seiner Ankunft die Zimmertemperatur regeln oder die Musik auswählen", sagt Tobias Groten. "Die Menschen sind mobil, und in jeder Hosentasche steckt ein Smartphone. Das Smartel ist die logische Konsequenz dieser Entwicklung."

"Herzensanliegen"

Mit dem Smartel entwickeln Tobit Software und Tenbrink Hotelplan ein Gesamtprodukt, das für Unternehmen und Kommunen im ländlichen Raum, denen ein Hotel fehlt, interessant sein soll. Groten: "Von den Bauplänen über die Innenausstattung und Einrichtung, die komplette Betriebs- und Steuerungstechnik bis hin zur Erstausstattung mit Handtüchern und Bettwäsche ist alles drin."

Geschäftsführende Gesellschafterin der Hotelplan ist Annabell Tenbrink. Für ihren Vater Winfried Tenbrink ist es ein "Herzensanliegen", dass das allererste Smartel in Stadtlohn gebaut wird: "Als Stadtlohner Unternehmen ist es uns natürlich wichtig, dass wir uns hier engagieren und mit dieser zukunftsweisenden Referenz über unsere Heimat hinaus Maßstäbe setzen können."

"i-Tüpfelchen"

Wen erwarten Groten und Tembrink als Gäste des Smartels? Geschäftsreisende, Radwanderer auf den Europaradweg R1, Urlauber und sicher auch Neugierige, die einen Blick in die Zukunft des Gastgewerbes werfen wollen. Erschwinglich soll es auf jeden Fall sein. 50 bis 55 Euro wird eine Übernachtung kosten. "Der Preis ist dynamisch, es wird immer wieder auch Sonderkonditionen geben", sagt Tobias Groten.

Eines kann die Digitaltechnik aber nicht: Bettenmachen und putzen. Hier greift das Konzept, das Tobit bereits erfolgreich in der Gastronomie in Ahaus und auch am Spieker in Losbergpark umsetzt: Aus einem Pool von 450-Euro-Kräften werden Mitarbeiter bedarfsgerecht eingesetzt. Tobias Groten: "In Ahaus sind diese Jobs sehr gefragt." Bürgermeister Helmut Könning hat sich dafür eingesetzt, das Smartel-Projekt nach Stadtlohn zu holen. "Das neue Objekt ist das i-Tüpfelchen für das Regionale-Projekt ,Leben am Fluss'. Auch weil es wieder viele Menschen nach Stadtlohn bringt."

 

Das Projekt habe bei den Ratsfraktionen große Zustimmung gefunden, nachdem es in der vergangenen Woche in nichtöffentlichen Ausschusssitzungen vorgestellt worden war, sagt Bürgermeister Helmut Könning. Die Architektur ist am 25. Oktober Thema einer öffentlichen Bauausschusssitzung.

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