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Mehrheit will Radweg

WLE-Trasse

Das Wort vom „Radschnellweg“ machte im vergangenen Bauausschuss in Stadtlohn rasch die Runde: Wo früher Züge über die längst aufgegebene Bahntrasse schnauften und die Stadt vergeblich eine innerörtliche Entlastungsstraße geplant hatte, könnte zumindest ein Fahrradweg entstehen.

STADTLOHN

15.11.2011 / Lesedauer: 3 min
Mehrheit will Radweg

Eine deutliche Mehrheit im Bauausschuss hat sich jetzt dafür ausgesprochen, mit den Planungen für einen neuen Radweg auf der alten Eisenbahntrasse zu beginnen. Schon heute nutzt mancher Radler das dortige Pättken für seinen Zweck.

Mit großer Mehrheit – allein die Vertreter der Liberalen stimmten gegen das Vorhaben –, hat der Bauausschuss jetzt beschlossen, dazu einen Bebauungsplan aufzustellen. Damit soll ein Radweg verwirklicht werden, der von der Kreuzstraße bis zur Vredener Straße führt und somit eine Ost-West-Achse quer durch das innere Stadtgebiet bildet. Bereits im Juli hatte der Rat die Verwaltung damit beauftragt, die Möglichkeiten für einen solchen Radweg zu prüfen. Aus Sicht der vielen Befürworter wird so vor allem den Schülern eine attraktive Möglichkeit geboten, mit dem Rad etwa das Gymnasium anzusteuern. Eine ausschließlich für Radfahrer reservierte Strecke schaffe nicht nur eine zügige Verbindung, sondern stelle für Stadtlohn etwas dar, was es so in der Stadt noch nicht gegeben habe. Gleichzeitig werde damit eine gute Nutzung für die alte Bahntrasse gefunden, die sich im Besitz der Stadt befindet.

Ludger Konrad sprach sich für die CDU für das Vorhaben aus, ihm schlossen sich sowohl Franz-Josef Demes für die SPD als auch Martin Kömmelt für die UWG an. Eine kritische Position nahm hingegen Martin Wirth (FDP) ein. Er fragte nach den Kosten für den Bau und den entstehenden Folgekosten. Gleichzeitig erklärte er, dass sich ihm die Notwendigkeit für den neuen Radweg nicht erschließe. Dem widersprach Wolfram Höltken, Leiter des Fachbereichs Bauen. Gerade als Ost-West-Verbindung sei der neue Radweg sehr sinnvoll. Er schätzte, dass für den bau voraussichtlich Kosten in Höhe von 400 000 Euro entstehen. Wahrscheinlich könne die Stadt aber mit Fördermitteln rechnen. Höltken bezifferte ihren Anteil auf rund 70 Prozent.

Gleichwohl hielt die FDP an ihrer Kritik fest. Michael Knuf meinte, dass der Radweg nicht Teil eines Gesamtkonzeptes sei: „Hier wird Planung durch Zufall ersetzt.“ Das mochte weder Höltken so stehen lassen, der auf vorangegangene Planungsschritte verwies, als auch Ludger Konrad: „In den vergangenen Jahrzehnten ist mehrfach über diese Frage diskutiert worden. Jetzt ist die Chance für einen reinen Radweg da, deswegen sollten wir sie auch jetzt nutzen.“ Ursprünglich hatte sich die Stadt darum bemüht, auf der früheren WLE-Trasse eine Straße zu bauen, die die Innenstadt weiter vom Verkehr entlasten sollte. Doch sie unterlag in einem Rechtsstreit dazu vor dem Oberverwaltungsgericht. Danach hatte es zwei unterschiedliche Vorstöße aus der Politik gegeben, die auf eine weitere Nutzung des Geländestreifens zielten. So hatte die FDP beantragt, die entsprechenden Flächen an die Anlieger zu verkaufen. Das hatte eine Mehrheit in der Ratssitzung vom Juli dieses Jahres abgelehnt. Gleichzeitig war auf gemeinsamen Antrag von CDU und SPD die Prüfung des Radwegs als Möglichkeit beschlossen worden.

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