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Neuer Radweg entsteht

Alte Bahntrasse

Regentropfen fallen auf den grauen Matsch. Die Ruhe nach Weihnachten herrscht auf dem schmalen Stück Weg hinter der Josephskirche in Stadtlohn. Nur ein verschlossener Bauwagen und einige rotweiße Absperrbaken zeigen an, dass sich dort in den nächsten Wochen einiges tun dürfte.

STADTLOHN

, 03.01.2014 / Lesedauer: 3 min

Ein neuer Radweg entsteht. Sozusagen auf historischem Boden. Denn rollende Räder gab es früher dort satt – so leise wie die von Fietsen waren sie aber nicht: Ältere Anwohner dürften die typischen Geräusche noch gut im Gedächtnis haben, die die Züge beim Vorbeifahren machten. Vom Bahnhof aus führte die Bahnstrecke südlich in Richtung Borken, und ein Abzweig verlief westlich nach Vreden. Auf dieser Trasse entsteht nun ein Radweg: Er soll künftig den Radfahrern in Stadtlohn die Möglichkeit eröffnen, abseits der großen Verkehrsadern das Stadtgebiet über eine Ost-West-Achse schnell zu durchqueren.

Auch wenn Fußgänger ebenfalls erlaubt sind – in erste Linie dürfte dieser autofreie Weg mit Rädern befahren werden. Deshalb war schon bei den ersten Planungen das Wort vom „Radschnellweg“ geboren. Dass es für eine solche Verbindung einen Bedarf in Stadtlohn gibt, da waren sich die meisten Kommunalpolitiker sicher. Ein Verkehrsgutachter bescheinigte ebenfalls, dass der neue Weg großes Potenzial besitzt. Denn er gibt vielen Schülern die Möglichkeit, aus dem westlichen Stadtgebiet flotter in Richtung Gymnasium oder St.-Anna-Realschule zu kommen. Schwarz auf Weiß nachzulesen ist das übrigens auch: in der Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes für Stadtlohn.

Dass sich die alte Bahnstrecke verkehrstechnisch gut nutzen lässt, war schon Jahre vorher klar. Nur zielten die ersten Überlegungen in eine ganz andere Richtung. Eine innere Umgehungsstraße war das Ziel. Sie sollte die Klosterstraße entlasten und damit den Südrand der Stadtlohner Innenstadt. Doch bauen konnte die Stadt nur die Bahnallee als erstes Teilstück. Stattdessen wurde nichts aus dem Rest der Pläne, die schon so weit gediehen waren, dass ihr juristisches Scheitern am Ende auch finanziell für die Stadt einen Verlust bedeutete. Aber in Sachen Radweg liegen die Dinge anders. Denn meterhohe Lärmschutzwände sind dabei nicht nötig, um die Anwohner vor Geräuschen zu schützen. Das sah bei den Plänen für die innere Umgehungsstraße seinerzeit anders aus. Da hatte der Schallschutz gewaltige Ausmaße angenommen.

Zurück in die Gegenwart. Inzwischen ist die Ausschreibung für den neuen Radweg gelaufen. Die Arbeiten sind vergeben – und haben erkennbar begonnen. Rund 450 000 Euro sind dafür als Investition vorgesehen. Das stellt eine der größeren baulichen Investitionen dar, die die Stadt in diesem Jahr vor der Brust hat. Zunächst gehen die Straßenbauer am Stück zwischen Vredener Straße und Eschstraße ans Werk. Eine besondere Rolle spielt dort die Querung der stark befahrenen Landstraße. Weiter verläuft die Trasse so: die Hegebrockstraße überquerend hinter dem Umspannwerk her südlich der Straße „Achter de Wall“, weiter entlang an der Rückseite des ehemaligen Firmengeländes am Südring bis zur Kreuzstraße. Dort endet sie gegenüber der Einmündung der Bahnallee.

Schluss sein muss aber damit noch nicht – zumindest, was die Gegenrichtung betrifft. Denn jenseits der Bakenstraße könnte der Radweg theoretisch ebenfalls auf der alten Bahntrasse weitergeführt werden. Der Vorschlag dafür liegt bereits auf dem Tisch. Der Vorteil: So müssten die Radfahrer nicht die Vredener Straße queren. Sie könnten bis zum Kreisverkehr Vredener Straße/Weerseloer Straße sicher auf ihrem eigenen Weg weitergeführt werden.

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