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Politik sagt Ja zu Hotel aus Stahl und Glas

Smartel-Pläne vorgestellt

Stahl, Glas und eine ungewöhliche Form: Die Architekten des neuen Hotels an der Berkel in Stadtlohn trauen sich was. Und die Politiker ziehen mit: Einstimmig haben Rat und Bauausschuss am Dienstagabend in einer gemeinsamen Sondersitzung den Planentwurf begrüßt.

STADTLOHN

, 13.12.2016 / Lesedauer: 3 min

Eine klare kubische Form, eine gewagte Auskragung, Glas und Cortenstahl – die Hotelplanungen für den Mühlenplatz setzen einen modernen architektonischen Akzent zwischen Berkel und Burgstraße. Und das ist sehr gut so, befanden der Rat und der Bauausschuss in einer gemeinsamen Sondersitzung – und zwar einstimmig. 

Der Coesfelder Architekt Meinhard Neuhaus stellte das Projekte im vollbesetzten Ratssaal vor. Für die zahlreichen Zuschauer waren zuvor eigens noch zusätzliche Stühle herbeigeschafft worden. Das Büro Neuhaus hatte den von den Investoren Winfried Tenbrink (Hotelplan) und Tobias Groten (Tobit Sofware) ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Der Hoteleinrichter aus Stadtlohn und der Softwareentwickler aus Ahaus planen gemeinsam das Hotel als Pilotprojekt:  als „Smartel“ mit 40 Zimmern und 80 Betten, das dank intelligenter Smartphonenutzung ohne Rezeption und eigene Gastronomie auskommt.

„Harmonischer Dialog“

Das Innenleben des neuen Hoteltyps war aber gestern nicht das Thema der Sondersitzung. Es ging vielmehr um die Frage, wie sich das Objekt auf dem neuen Mühlenplatz einfügt. Für dessen Gestaltung und für die Zukunft der alten Berkelmühle hat die Stadt im Rahmen der Regionale große Pläne. Das Berkelufer soll zur Stadt hin geöffnet und ein attraktiver Treffpunkt werden. Der Architekt Meinhard Neuhaus zeigte seine Lösung: Der Hotel-Neubau soll nicht „historisierend und anbiedernd“ neben der alten Mühle stehen, sondern „zeitgemäß und modern“ mit ihr in einen harmonischen Dialog eintreten. Die Höhe des Hotels entspreche der Traufenhöhe der Mühle und betone mit dem Flachdach den spitzen Mühlengiebel. Neuhaus: „Ein Hotel mit Satteldach würde den Blick auf die Mühle stören“. Die Idee, die Seitenwände komplett in rostbraunem Cortenstahl auszuführen und die Glasfronten zur Burgstraße und zur Berkel hin mit dem gleichen Material zu rahmen sei bei den Investoren gut angekommen, berichtete der Architekt. Die Entscheidung für dieses Material sei aber noch nicht endgültig gefallen. „Gestalterisch liegen wird da richtig. Wir müssen aber noch Fragen der Konstruktion und des Budgets klären“, so der Architekt.

„Wirklich gelungen“

Die Reaktionen der Politik auf die Pläne waren einhellig positiv: Wortgleich als „wirklich gelungen“ bezeichneten Hermann Lensker (CDU), Otger Harks (SPD) und Martin Kömmelt (UWG) den Entwurf für das Projekt, das Bürgermeister Helmut Könning als „sehr wichtig für unsere Stadt“ bezeichnete. Cäcilia Völker sprach gar von einem „klasse Vorschlag“. Die Politiker benannten aber auch Detailfragen, die es noch zu klären gelte: Wo werden die Parkplätze nachgewiesen? Wohin mit den Fahrrädern? Wie sieht es mit Bäumen aus? Was ist mit dem Hochwasser? Wo wäre Platz für ein Bootshaus für den Berkelzomp?

Fertigstellung 2018?

Und wie sieht der Zeitplan aus? „Aus Sicht der Investoren und Planer könnten wir den Plan schnell umsetzen. Im Laufe des Jahres 2018 könnte das Hotel locker fertig sein“, erklärte Meinhard Neuhaus. Allerdings sei eine vorschnelle Fertigstellung des Hotels wenig sinnvoll, wenn die Stadt mit der Platz- und Ufergestaltung hinterherhinke. „Wir wollen ja nicht, dass die Hotelgäste ringsum eine Baustelle vorfinden.“ Bürgermeister Helmut Könning trat auf die Erwartungsbremse: „Wir brauchen etwas länger als private Invstoren. Weil wir Fördermittel für die Ufergestaltung erwarten, sind viele Abstimmungsgespräche mit anderen Behörden zwingend erforderlich.“

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