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Sonne strahlt für Kinder bei der "Kleinen Schule Sonnenstrahl"

Behindertenprojekt

„Ich möchte dem lieben Gott einen Dienst erweisen“, beschrieb Jacinta Torres ihre Motivation für das Projekt „Kleine Schule Sonnenstrahl“. Zusammen mit der Stadtlohnerin Christel Lammers ist sie aus der Dominikanischen Republik zu Besuch in Deutschland. Am Sonntag möchten sie allen Förderern in Stadtlohn ihren Dank aussprechen.

STADTLOHN

10.07.2014
Sonne strahlt für Kinder bei der "Kleinen Schule Sonnenstrahl"

Jacinta Torres und Christel Lammers genießen die Besuche bei Bekannten in Deutschland.

Einen Monat lang bleiben Schuldirektorin Jacinta Torres und Vereinsvorsitzende Christel Lammers in Stadtlohn. Außer einem kurzen Frühstück bei den Eltern blieb der gebürtigen Stadtlohnerin Lammers am zweiten Tag noch nicht viel Zeit, die Familie zu sehen. Jacinta Torres ist seit 1987 Leiterin des Projektes „Jacintas Kinder“ in der Dominikanischen Republik. Es dreht sich darum, derzeit 396 Kinder mit geistiger Behinderung angemessen zu betreuen. Normalerweise finden Menschen mit Behinderung in der Dominikanischen Republik kaum Möglichkeiten, den Teufelskreis der Armut langfristig zu überwinden.

Doch durch eine Ausbildung im Projekt können viele später auf Dauer ein eigenes Einkommen erwirtschaften. „Mir geht das Herz auf, wenn die Kinder mich bei meinem Vornamen, und nicht ‚Direktorin‘ rufen“, beschrieb Torres auf Spanisch ihre Motivation. Mit allen Problemen – von Liebschaften bis hin zum Tod eines Angehörigen – wendeten sich „ihre Kinder“ an die Pädagogin. „Die Kinder machen da keinen Unterschied. Private Probleme machen sie einfach öffentlich“, sagte Lammers und lachte. Ein Wunsch für die Zukunft ist neben einem pädagogischen Schullandheim, der Bau eines Verkaufsraumes. Dort sollen die Produkte angeboten werden, die Schüler in den Werkstätten der Einrichtung herstellen. So werden ihnen berufliche Fähigkeiten vermittelt.

Jährlich verschlingt das gemeinnützige Projekt umgerechnet circa 300 000 Euro. Zehn der 40 Angestellten, darunter Pädagogen und Therapeuten, werden mittlerweile halbtags vom Staat bezahlt. Das reicht aber längst nicht. Alle weiteren Kosten werden durch Spenden finanziert. „Der größte Spender-Kreis Deutschlands befindet sich in Stadtlohn“, erzählte Lammers erfreut. Seit der Fusion der beiden Stadtlohner Gemeinden besteht der gemeinnützige Verein „Jacintas Kinder“. Bei dessen Unterstützung handelt es sich um ein Partnerschaftsprojekt der Pfarrgemeinde St. Otger und der Stadtlohner Kindergärten.

Wer das Projekt fördern möchte, könne seiner Kreativität freien Lauf lassen. „Meine Schwester beispielsweise organisiert zu Karneval eine Kostüm-Börse“, berichtete Lammers. Am meisten Sicherheit für das Projekt bringe aber natürlich nach wie vor ein regelmäßiger Spendenbeitrag. Sonntag findet das „Freunde treffen Sonnenstrahl 2014“ statt. Alle Förderer und weitere am Projekt Interessierte sind um 9.30 Uhr zum Gottesdienst in der St.-Joseph-Kirche eingeladen. Danach geht es in den „karibischen Teil“ des Tages über.

Torres und Lammers begrüßen die Gäste im Pfarrzentrum St. Joseph mit landestypischen Cocktails. Außerdem zeigen sie Fotos der Situation vor Ort. „Ich möchte mich herzlich für die Hilfe und Solidarität der Stadtlohner bedanken“, betonte Lammers.

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