Street Food Festival lockte Besucher auf die ehemaligen Kokerei Hansa

Schlemmern vor Industriekulisse

Bacon Bomb Burger und Provolino-Sandwich: Street Food auf die Hand gab es am Wochenende auf der ehemaligen Kokerei Hansa. Das Festival hat gezeigt: Street Food ist kein Fast Food.

HUCKARDE

von Carsten Sander

, 29.10.2017, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim Street Food Festival auf der Kokerei Hansa konnten sich die Besucher durch allerlei kulinarische Essensstände probieren und den Köchen beim Kochen und Anrichten schmackhafter Gerichte über die Schulter schauen.

Beim Street Food Festival auf der Kokerei Hansa konnten sich die Besucher durch allerlei kulinarische Essensstände probieren und den Köchen beim Kochen und Anrichten schmackhafter Gerichte über die Schulter schauen. © Stephan Schuetze

Street Food sei die optimale Plattform für Nischenkonzepte und Experimente, die man so in einem Restaurant nicht findet, erklärt der Organisator des Festivals Till Riekenbrauk. Gerade wenn man sich auf ein einzelnes Gericht spezialisiert oder mit Speisen, die man auf Reisen kennengelernt hat, experimentieren möchte, bietet ein Food-Stand optimale Möglichkeiten dazu. Unerheblich ob Profi-Koch oder Amateur, die Chancen, sich mit kulinarischen Ideen selbstständig zu machen, sind heutzutage aussichtsreich.

Street Food machen auch gute Restaurant-Köche

Der Trend ist in aller Munde. Restaurant-Köche wechseln zum Street-Food oder aus einem Straßen-Trend wird eine Restaurant-Idee: Es bewegt sich was in der Gastronomie-Szene. Es kommt darauf an, dass die Qualität der Zutaten stimmt und die Speisen handwerklich gut zubereitet werden. Das wissen auch die Gäste zu schätzen.

So sind die Besucher Nadine und Lars Stammkunden des Festivals. „Wir sind bei Wind und Wetter dabei“, sagt Nadine. Sie fangen gerade an, sich durch zu probieren und essen ein Provolino-Sandwich, eine Spezialität mit gegrilltem italienischen Käse. Aber nicht nur wegen des Essens, sondern auch wegen der Atmosphäre kämen sie gern. Als eine freundliche Mitarbeiterin eines Standes einem Gast hinterhergeht, um eine Probierportion anzubieten, sehen sie ihren Eindruck bestätigt: „Sieht man ja! Genau deshalb sind wir hier“.

Perfekte Kulisse für ausgefallene Angebote

Die Kokerei Hansa bietet eine perfekte Kulisse für die 30 Essens-Stände, die aus ganz Deutschland und auch den Niederlanden oder Polen angereist sind. Das Street-Food hat viel mit Handwerk zu tun und ein klinisches Messegelände würde zu so einer Veranstaltung kaum passen. Kunstvoll sind auch die Bacon Bomb Burger von Uwe Feller.

Er habe extra Leute dafür eingestellt, die nichts anderes machen, als mühsam die Bacon-Ummantelung für das Hackfleisch zu flechten, welches anschließend - in Form einer Bombe - über mehrere Stunden im Smoker gegart wird. Dieser hat ähnlich imposante Ausmaße wie die umliegenden Industrie-Gebäude. Das Besondere ist auch, dass man den Köchen jederzeit auf die Hände schauen kann: Transparenz sei auch ihm sehr wichtig, so Feller. Die Mühe habe sich für den gelernten Koch und Fleischer jedenfalls gelohnt. Mit dem Bacon Bomb Burger, zu dem er auf einer Amerika-Reise inspiriert wurde, hat er 2015 erstmals den „Burger Clash“ gewinnen können.

Essen auf die Hand, aber kein Fast Food

Bei der Auswahl der Stände habe man viel Wert auf Vielfalt und Qualität gelegt, erklärt Till Riekenbrauk. Von Asien über Süd- und Nordamerika bis hin zu regionalen Spezialitäten war alles vertreten. Street-Food sei auch nicht gleichzusetzen mit Fast Food. Zwar werden die meisten Gerichte „auf die Hand“ serviert, die Zubereitung erfordert aber eine Menge Zeit und Geschick und wie beim Trend „Slow-Food“ wird großen Wert auf Regionalität und Qualität gelegt.