Streit über Schadenersatz: Die „Ever Given“ darf den Suezkanal nicht verlassen

Schifffahrt

Seit Tagen hängt die „Ever Given“ nicht mehr im Suezkanal fest. Doch verlassen darf der riesige Frachter die Wasserstraße trotzdem noch nicht. Es gibt einen Streit über Schadenerstaz.

Kairo

03.04.2021, 09:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Containerschiff «Ever Given» fährt über den Suezkanal.

Das Containerschiff «Ever Given» fährt über den Suezkanal. © picture alliance/dpa

Wegen der Auseinandersetzung um Schadenersatz könnte sich die Weiterfahrt der „Ever Given“ am Suezkanal noch längere Zeit hinziehen. Die Kanalbehörde fordert wegen der tagelangen Blockade Schadenersatz von einer Milliarde Dollar und will die Weiterfahrt erst bei einer Einigung erlauben.

„Wir haben viel Mühe und Arbeit in die Rettung des Schiffs gesteckt. Wir haben täglich Einnahmen verloren. Uns steht eine Entschädigung zu“, sagte Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram zufolge.

Derzeit liegt die „Ever Given“ im Großen Bittersee zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Suezkanals. Bei ihrer Forderung bezieht sich die Behörde unter anderem auf Verluste von 14 bis 15 Millionen Dollar pro Tag sowie die tagelangen Arbeiten mit Baggern und Schleppern zur Freilegung des 400 Meter langen Schiffs. An dessen Bord sei Fracht im Wert von 3,5 Milliarden Dollar, sagte Rabi. „Wir haben das Schiff und ihre Fracht gerettet.“

Ermittlungen sollen klären, wie es zum Unfall kam

Für verspätet ankommende Fracht trage die taiwanesische Reederei Evergreen Marine, die das Schiff gechartert hat, nach Worten ihres Präsidenten Eric Hsieh keine Verantwortung. Mögliche Schäden würden durch Versicherungen gedeckt, sagte Hsieh dem Finanznachrichtendienst Bloomberg zufolge. Sie könnte aber haften für Verspätungen anderer Schiffe, die zu Hunderten tagelang auf Durchfahrt am Kanal warten mussten.

Mehrere Ermittlungen sollen klären, wie es zu dem Unfall kam: Ägypten will unter anderem den Schiffsdatenschreiber auswerten und mit den 25 Besatzungsmitgliedern sprechen. Auch die Seefahrtsbehörde Panamas, unter dessen Flagge das Schiff fährt, und das für die technische Leitung verantwortliche Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) haben eigene Ermittlungen angekündigt.

RND/dpa

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