Stripper lösen kollektives Quieken aus

Im Kino: "Magic Mike XXL"

Wie der Schreiner in der Garage werkelt und dabei Hip-Hop hört, kommt es über ihn. Er verspürt Zuckungen, macht sich locker und legt ein paar Moves hin, bis er hüftezuckend über die Werkbank gleitet. Einmal Stripper, immer Stripper. Mike, Künstlername „Magic Mike“, hat nichts verlernt.

Dortmund

, 23.07.2015, 14:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Muskeln hat er: Channing Tatum als Magic Mike

Muskeln hat er: Channing Tatum als Magic Mike

Der Film ist keine zehn Minuten alt, da zeigt Channing Tatum, welch Prachtgockel in ihm steckt. Kollektives Quieken im Saal. Gleich drei Kinos hat Dortmunds „Cinestar“ für die „Ladys Night“ mit „Magic Mike XXL“ vorgehalten, alle gefüllt mit jungen Damen, die ihrer Freude Luft machen.

Knackige Kerle

Gib den Mädels, was sie wollen: knackige Kerle, geölte Sixpacks, frivole Sprüche, unzweideutige Tänzchen. Nach dem Blues-Brothers-Motto („Wir bringen die Band wieder zusammen“) stößt Tatums Mike zu seiner alten Truppe, die eine Stripper-Convention in Florida ansteuert. „Willkommen zurück, Bruder! Haben wir alles? Penispumpe, Bräunungscreme? Alles da, schlag ein, los geht’s!“

Wirklich nichts vergessen? Leider doch. Obwohl mit Reid Carolin der Drehbuchautor von „Magic Mike“ (2012) an Bord ist, lässt der neue Film alles vermissen, was den Vorgänger auszeichnete.

Nicht eine Figur hat Tiefe, wie noch McConaugheys Dallas und Alex Pettyfers Adam im ersten Teil von Steven Soderbergh. Es gibt keine handfesten Konflikte, bloß Trubel und Halligalli. „Künstlerisch“ sind die Shows der Jungs blanke Nullnummern, peinliches Softporno-Gehampel. Und dramaturgisch folgt die Story den Pfaden diverser Tanzfilmchen: Wir fahren zum Ball und rocken die Hütte.

Pin-up in Bewegtbildern

„Magic Mike XXL“ (Regie: Gregory Jacobs) ist ein Pin-up in Bewegtbildern, wie geschaffen für die weibliche Variante des Junggesellen-Abschieds. Das Fantasialand für schwarze Frauen, wo die Stripper haltmachen, erfüllt nur den Zweck, sich bei Afroamerikanern lieb Kind zu machen. Auch dort kippt die Beischlaf-Akrobatik unfreiwillig in Komik.

Man sollte den Film gemeinsam mit Verhoevens „Showgirls“ zeigen, dann haben Männlein und Weiblein zu gucken und zu kichern.