Sturm über NRW: Ruhiger Freitag, aber weiterhin Unwetterwarnung vom Wetterdienst

Wetter in NRW

Mit orkanartigen Böen ist Sturmtief Klaus über NRW hinweggezogen. Es gab zahlreiche Einsätze der Feuerwehren. Die Unwetterwarnung wurde bis Samstagmittag verlängert.

NRW

12.03.2021, 07:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sturmtief Klaus zog am Donnerstagmittag über NRW hinweg. Auch in den kommenden Tagen soll das Wetter ungemütlich bleiben.

Sturmtief Klaus zog am Donnerstagmittag über NRW hinweg. Auch in den kommenden Tagen soll das Wetter ungemütlich bleiben. © picture alliance/dpa

Die Polizei hat am Freitag keine größeren Einsätze wegen des Sturms in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Der Wetterdienst warnt dennoch vor herabfallenden oder umherwehenden Gegenständen - die Unwetterwarnung wurde bis Samstagmittag verlängert.

Bis zum Freitagnachmittag sei es sehr ruhig geblieben, hieß es bei den Leitstellen. Am Donnerstagabend hatte Sturmtief „Klaus“ noch für mehrere Einsätze im Land gesorgt.

Kreuz droht von Kirche zu stürzen

Orkanartige Böen waren am Donnerstagmittag an mehreren Stellen in Nordrhein-Westfalen gemessen worden. In Nörvenich verzeichnete der Deutsche Wetterdienst eine Windgeschwindigkeit von 104 Kilometern pro Stunde, in Wuppertal von 103 Kilometern pro Stunde. Geschwindigkeiten von 103 bis 117 Kilometern pro Stunde entsprechen Windstärke elf.

Vermutlich infolge des Sturms drohte am frühen Nachmittag in der Düsseldorfer Innenstadt ein Kreuz von einem Kirchturm zu stürzen. Höhenrettern der Feuerwehr gelang es am Nachmittag, das Kreuz von innen teilweise zu sichern. Dennoch sei die Gefahr, dass das Kreuz herabstürzt, noch nicht ganz gebannt, sagte ein Sprecher am Donnerstagnachmittag. „Das ist nicht ganz auszuschließen.“ Für die Feuerwehr sei der Einsatz nach gut drei Stunden aber beendet.

Die bis zum Mittag stärkste Böe in Düsseldorf hatte nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes eine Geschwindigkeit von knapp 80 Kilometern pro Stunde, was Windstärke neun entspricht.

Ein Wagen der Düsseldorfer Feuerwehr steht vor der Maxkirche in der Altstadt. Laut den Einsatzkräften droht ein Kreuz wegen des Sturms «Klaus» von der Kirchenspitze zu fallen.

Ein Wagen der Düsseldorfer Feuerwehr steht vor der Maxkirche in der Altstadt. Laut den Einsatzkräften droht ein Kreuz wegen des Sturms «Klaus» von der Kirchenspitze zu fallen. © picture alliance/dpa/Gerhard Berger

Sperrung im Autobahnkreuz Marl-Nord

Im Autobahnkreuz Marl-Nord musste die Verbindung von der A52 aus Marl kommend auf die A43 Richtung Münster gesperrt werden. Der Grund: Bäume drohten sturmbedingt umzukippen und mussten gefällt werden, wie die Autobahngesellschaft twitterte.

Impfzentrum im Kreis Recklinghausen pausierte

Der Kreis Recklinghausen schloss sein in einer Leichtbauhalle untergebrachtes Impfzentrum in Recklinghausen für vier Stunden bis zum Nachmittag. Das Impfzentrum des Kreises Heinsberg stellte am Mittag den weiteren Betrieb für Donnerstag ein. „Die für die Anmeldung und Nachbetreuung genutzten Zelte bieten bei den aktuellen Windstärken nicht ausreichend Sicherheit“, erklärte der Leiter des Impfzentrums, Thomas Kähler, laut einer Mitteilung.

Der Kreis Wesel nahm wegen der Wetterlage nicht an dem landesweiten Probealarm teil. „Damit es durch das Heulen der Sirenen während des Sturms nicht zu Verunsicherung oder Missverständnissen kommt, sagen wir den Probealarm dieses Mal ab“, hatte der Kreis am Mittwoch mitgeteilt.

Sturmtief Klaus suchte auch das Münsterland heim. Mit heftigen Böen gab es beispielsweise einen Unfall auf der Baumwollstraße zwischen Südlohn und Vreden Ein Lieferwagen fuhr in einen Graben, sein Anhänger kippte um.

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22 sturmbedingte Einsätze in Wuppertal

In Wuppertal zählte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers bis zum frühen Nachmittag 22 sturmbedingte Einsätze. Meist ging es um abgeknickte Äste, in einem Fall um eine abgeknickte Regenrinne. In einem Park stürzte ein Baum auf eine Stromleitung. Es sei „alles noch überschaubar“, sagte der Sprecher. Die Feuerwehr Krefeld räumte einen Baum weg, der in eine Straßenbahnoberleitung gestürzt war. Bäume und Äste mussten auch die Feuerwehren im Kreis Coesfeld wegräumen. Ein Sprecher bezeichnete die Lage dort am Mittag aber als „weitgehend entspannt“.

Auf der Bahnstrecke zwischen Gummersbach und Marienheide lag zeitweise ein Baum auf dem Gleis. Am frühen Nachmittag war die Strecke aber bereits wieder frei. Ein Baum fiel auch auf die Strecke der S6 zwischen Langenfeld und Köln-Mülheim. Die Bahnen werden umgeleitet, twitterte die Bahn.

Wuppertaler Zoo schloss seine Tore

Aus Sicherheitsgründen schloss der Wuppertaler Zoo kurzfristig seine Tore. Es bestehe die Gefahr, dass etwa einzelne Äste herabstürzen, berichtete der Zoo am Donnerstagvormittag. Besucher sollen ihre Tickets erstattet bekommen. Die Stadt Viersen schloss die städtischen Friedhöfe. Geplante Bestattungen sollten aber stattfinden. Die Stadt riet von Spaziergängen im Wald und in den Parks ab.

In der Essener Innenstadt wurde ein Passant von einer herabstürzenden Dachpfanne am Kopf getroffen worden. Der Mann kam ins Krankenhaus, wie die Polizei berichtete. Er sei jedoch vermutlich nicht schwerer verletzt worden.

dpa/kar/leel

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