Sturmtief lässt Narren bangen - Rosenmontagszüge starten später - Zug in Bottrop abgesagt

Wetter am Rosenmontag

Sturmtief Bennet hat am Rosenmontag die Karnevalsumzüge in Gefahr gebracht. Doch nur in Bottrop wurde der Zug abgesagt. In Dortmund, Werne und Bochum starten die Züge später. Ein Überblick.

NRW

, 03.03.2019, 14:44 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schon am Sonntag regnete es beim Schull- un Veedelszöch in Köln. Die Schul- und Stadtteilzüge ziehen am Sonntag vor Rosenmontag traditionell durch Köln, sie gelten als Generalprobe für den großen Zug am Rosenmontag.

Schon am Sonntag regnete es beim Schull- un Veedelszöch in Köln. Die Schul- und Stadtteilzüge ziehen am Sonntag vor Rosenmontag traditionell durch Köln, sie gelten als Generalprobe für den großen Zug am Rosenmontag. © dpa

Den Narren in den Karnevalshochburgen wird diesmal vor Rosenmontag viel Geduld und Nervenstärke abverlangt. Nicht nur im Rheinland. Der Deutsche Wetterdienst hat für ganz NRW eine amtliche Warnung für Montag zwischen 4 Uhr morgens und 15 Uhr am Nachmittag herausgegeben. Am frühen Montagmorgen sind für NRW einzelne Gewitter angekündigt, dazu am Vormittag Sturmböen mit bis zu 80 km/h, vereinzelt auch schwere Sturmböen mit bis zu 90 km/h. (Windstärke 10). Hier geht es zur Warnkarte des DWD.

Das ist der Stand der Dinge:

  • In Dortmund startet der Rosenmontagszug nun um 15 statt um 14 Uhr am Festplatz an der Eberstraße und endet am oberen Ende des Hansaplatzes. Gegen 17.30 Uhr soll die Zugspitze dort ankommen. Wegen einiger Baustellen geht es nicht wie gewohnt über den Wall. Statt ab der Bornstraße wie bislang auf den Schwanenwall abzubiegen, läuft der Zug nun über die Kuckelke, die Straße Friedhof (an der Reinoldikirche), die Kampstraße und die Hansastraße, wo der Westenhellweg gekreuzt wird. Der Umzug endet am oberen Ende des Hansaplatzes. Die Strecke ist mit 3,8 Kilometern gut 400 Meter kürzer als sonst. Alle Infos zum Dortmunder Rosenmontagszug gibt es hier.
  • In Werne ist nun eine Entscheidung gefallen - darauf haben sich Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und Interessengemeinschaft Werner Karneval verständigt. Der Zug beginnt aber eine Stunde später als geplant - also erst um 15.11 Uhr. „Ansonsten bleibt alles beim Alten“, sagt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne.

  • In Dorsten findet der Rosenmontagsumzug Stand Sonntagnachmittag statt.
  • In Olfen und Nordkirchen finden die Züge erst am Dienstag statt und sind deswegen bislang nicht in Gefahr.
  • In Herne wird der Zug wie geplant stattfinden.
  • In Bochum wird der Karnevalsumzug in Linden, der „Lindwurm“ um eine Stunde nach hinten verschoben. Er startet jetzt erst um 15.11 Uhr. Das gleiche gilt für den Zug in Bochum-Höntrop.
  • In Bottrop wurde der Zug abgesagt - ebenso das Programm vor dem Rathaussturm. Ein kleiner Trost: Der Zug aber beim Stadtfest oder parallel zur Herbstkirmes nachgeholt werden. Die Feier im Rathaus dagegen findet statt.
  • Als erste Großstadt hatte Köln am Sonntagmittag entschieden, dass der Rosenmontag trotz des drohenden Sturmtiefs „Bennet“ an den Start gehen solle - allerdings mit erheblichen Einschränkungen. Auf tragbare Großfiguren, Fahnen, Schilder, Pferde und Kutschen muss aus Sicherheitsgründen verzichtet werden. Pünktlich um 10 Uhr hat sich dann auch der größte deutsche Karnevalszug in Bewegung gesetzt. Persifliert werden auf den Kölner Motivwagen unter anderem US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel - die sich wie ein Bild des Künstlers Banksy selbst schreddert - und die SPD, die am Eisberg „Groko“ zerschellt.
  • Auch in Mainz findet der Karnevalszug statt - allerdings ohne Pferde. Das teilte der Mainzer Carneval-Verein mit. Der kilometerlange närrische Lindwurm rollt damit am Montag von 11.11 Uhr an durch die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt, mehr als 500.000 Menschen werden zum Höhepunkt der Fastnacht in der Region erwartet - mehr als doppelt so viele, wie Mainz Einwohner hat.
  • In Düsseldorf mussten die Narren bis zum Abend zittern. Erst dann kam die Botschaft: Der Rosenmontagszug rollt - allerdings erst um 13.30 Uhr. Geplant war ursprünglich 11.50 Uhr. Ein Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval sagte, es deute alles darauf hin, dass das Sturmtief „Bennet“ am späten Mittag über Düsseldorf hinweggezogen sein werde. „Somit können die Vorgaben und Absprachen des Sicherheitskonzepts erfüllt werden.“
    Teilnehmer und Besucher sollten sich nicht vor 13 Uhr am Startort in der Düsseldorfer Innenstadt einfinden.

Höhepunkt des Straßenkarnevals

Die Rosenmontagszüge bilden den Höhepunkt des Straßenkarnevals. In der Domstadt - der Kölner Rosenmontagszug ist bundesweit der größte - will man nach einem abgestuften Sicherheitskonzept vorgehen. Die Tribünen werden zwar ab 10 Uhr geöffnet, aber sicherheitshalber alle Seitenverkleidungen entfernt. Der Deutsche Wetterdienst hatte Regen und stürmische Böen mit Windstärken von 8 bis 9 für weite Teile Nordrhein-Westfalens vorausgesagt. „Dennoch müssen wir den „Zoch“ nach jetzigem Stand nicht komplett absagen“, sagte Alexander Dieper, Zugleiter des Kölner Rosenmontagszugs.

Straßen in Köln sind enger - das ist bei Sturm ein Vorteil

Eine Sprecherin des Kölner Festkomitees erläuterte, dass Köln „so verbaut“ und die Straßen eng seien, erweise sich nun als Vorteil. Der Wind habe weniger Angriffsfläche. Dagegen soll der Rosenmontagszug in Düsseldorf auch über mehrere große Alleen führen, wie Suchand schilderte. Zudem sei die Konstruktion der Wagen in der Landeshauptstadt „sehr luftig“ und filigran - und diese damit anfälliger für Böen als die massiver gebauten Kölner Mottowagen. Theoretisch denkbar sei, den für 11.50 Uhr geplanten Start um ein paar Stunden zu verschieben.

Am Sonntag konnte sich jedenfalls pünktlich, nur bei etwas Nieselregen und leichtem Wind ab 11.11 Uhr ein großer traditioneller Karnevalsumzug in Gang setzen. Die „Schull- un Veedelszöch“ mit rund 7000 Schülern, Lehrern und Jecken aus den Stadtvierteln gelten auch als Generalprobe für den Rosenmontagszug durch die Domstadt, weil die Teilnehmer teils identische Wege einschlagen.

Tödlicher Unfall in Köln: Karnevalist von Straßenbahn überrollt

Überschattet wurde das turbulente Treiben in Köln von einem tödlichen Unfall: Ein 35-jähriger Kostümierter wurde aus noch ungeklärter Ursache in der Nacht zu Sonntag von einer Straßenbahn überrollt. In Oberhausen wurden beim Brand eines Karnevalswagens am Samstag sechs Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer.

Mit dpa

Lesen Sie jetzt

Der Rosenmontag ist für die Narren der Höhepunkt der Karnevalssession. In Dortmund sind sie in diesem Jahr aber herausgefordert: Denn der Umzug kann nicht wie gewohnt über den Wall laufen. Von Jana Klüh

Lesen Sie jetzt