Tänzerische Reflexion über Illegale

Schauspiel Köln

"Jede Minute mit einem Illegalen ist besser als wählen" - hinter diesem komplexen Titel verbirgt sich die in eine Tanzperformance gehüllte politische Reflexion über Illegale. Das Stück ist das neuste Projekt des Duos Gintersdorfer/Klassen am Schauspiel Köln.

KÖLN

von Von Sascha Westphal

, 26.10.2011, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vier große weiße Stellwände stehen nur wenige Meter vor den Zuschauerreihen in der Schlosserei des Kölner Schauspiels. Auf sie werden Fotos aus Paris und Köln projiziert, Bilder aus französischen Cités und deutschen Sozialbausiedlungen.Publikum in ein Gespräche verwickeln Dann treten Franck Edmond Yao und Fabrice Meguhe Zouzouko begleitet von Nikolaus Benda vor die Wände und verwickeln das Publikum in ein Gespräch über Legale und Illegale, ob man Menschen kennt und wann man ihnen vertraut.

So beginnt "Jede Minute mit einem Illegalen ist besser als wählen", das neueste Projekt des Duos Gintersdorfer/Klassen, das in der letzten Spielzeit auch schon am Schauspielhaus Bochum gearbeitet hat. Schon in diesen ersten Minuten beginnt man, die Wirklichkeit mit etwas anderen Augen zu sehen. Was meist selbstverständlich erscheint, wird auf einmal problematisch.Gintersdorfer und Klassen bauen auf Unsicherheit auf Auf dieser Unsicherheit bauen Monika Gintersdorfer und Knut Klassen auf. Nun tritt Hauke Heumann vor die Wand und spricht über den Philosophen Alain Badiou, den der französische Wahlkampf von 2007 zu einem anderen Politikverständnis inspiriert hat. In Badious Texten wird die Begegnungen mit den Illegalen zum entscheidenden Moment für jeden Europäer. Nur sie kann ihn und damit auch die Zustände ändern.

Doch dafür muss man eine andere Perspektive einnehmen. Also wechselt das Geschehen und mit ihm das Publikum hinter die Wand. Dort entspinnt sich eine Performance über Politik und Individualität. Mit äußerstem Körpereinsatz, der (Tanz)Bewegungen als politische Aussagen, befragen sie die Gegenwart und lassen die Möglichkeit einer anderen Zukunft aufscheinen.Termine: 29.-31.10., 2., 3., 11., 13.11.; Karten unter Tel. (0221) 22 12 84 00.

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