Tagestouristen und Oster-Urlauber reisen an die Ostsee – trotz des Lockdowns

Coronavirus

Obwohl Urlaub an der Ostsee eigentlich nicht erlaubt ist, nutzen manche Touristen ein Schlupfloch. Die Einwohner der Ferienorte haben Sorge, dass über die Feiertage noch mehr Menschen anreisen.

02.04.2021, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz Urlaubsverbot befürchten Einwohner der Ferienorte an der Ostsee einen Touristenansturm über die Ostertage.

Trotz Urlaubsverbot befürchten Einwohner der Ferienorte an der Ostsee einen Touristenansturm über die Ostertage. © dpa

Wo in normalen Zeiten Zehntausende Gäste mit Freude begrüßt werden, ist die Freude in Schleswig-Holstein in diesem Jahr eher getrübt. Der befürchtete Touristenansturm ist zwar bisher ausgeblieben, woran das eher trübe Wetter einen großen Anteil haben könnte. Doch viele Einwohner haben Sorge, dass sich über die Osterfeiertage doch noch etliche Menschen auf den Weg Richtung Küste machen könnten.

Ausnahme in Schleswig-Holstein lockt Touristen

Bereits an Gründonnerstag waren einige Tagestouristen und Urlauber in Ferienorten wie Travemünde unterwegs. Eigentlich sind touristische Übernachtungen an der Lübecker Bucht wie in ganz Deutschland verboten.

Aber es gibt eine Ausnahme in Schleswig-Holstein: Eigentümer, die ihre Ferienwohnungen und -häuser nicht selbst nutzen, dürfen sie Verwandten oder Freunden unentgeltlich überlassen. Und diese Möglichkeit nutzen offenbar einige Menschen, wie die „Lübecker Nachrichten“ (LN) berichten.

„Wir sind hier, weil wir Glück hatten: Eine Freundin von uns ist Lübeckerin und überlässt uns ihre Wohnung, solange sie weg ist“, erzählt Corinna Roth der Zeitung. Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Söhnen angereist.

„Ursprünglich wollten wir nach Wangerooge in eine Ferienwohnung – aber das geht ja jetzt nicht mehr.“ In der Wohnung ihrer Freundin kann die vierköpfige Familie nun trotz Coronaregeln Osterurlaub machen.

Bürgermeister und Tourismus-Fachleute sind besorgt, dass durch die Ausnahmeregelung noch mehr Besucher kommen und die Zahl der Schwarzvermietungen zunehmen könnte. „Wie das gehandhabt wird, können wir uns alle ausmalen“, zitieren die „Lübecker Nachrichten“ Joachim Nitz, Tourismusdirektor von Timmendorfer Strand und Niendorf. „Wenn wir keinen schärferen Lockdown wollen, ist das unpassend.“

Einwohner sind empört - Polizei verschärft Kontrollen

Auch Einwohner vor Ort zeigen sich unerfreut angesichts der Gäste: Der Tourismus in Travemünde sei „für Anwohner extrem“, berichtet Norbert Lifka der Zeitung. Der 69-Jährige beschwert sich zudem darüber, dass „überhaupt nicht kontrolliert“ werde.

So würden auf einem Parkplatz des Ortes auch nachts Wohnmobile stehen – obwohl sie um 22 Uhr wegen des touristischen Übernachtungsverbotes abreisen müssten.

Lübecks Stadtsprecher Hansjörg Wittern wehrt sich gegen die Behauptung. Der kommunale Ordnungsdienst sei mit Unterstützung der Polizei „in gewohnter Weise im Stadtgebiet unterwegs, um die geltenden Regelungen zu überwachen“, sagte er den LN. Auch die Übernachtungsregeln würden kontrolliert.

Auch die Polizei ist laut einem Behördensprecher sehr verstärkt im Einsatz, „obwohl es sehr, sehr ruhig ist“ – die Beamten würden auch die restlichen Ostertage die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrollieren.

RND

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