Team des Dortmund-Tatorts dreht im Ruhrgebiet

Fabers sechster Fall

Das Filmteam des Dortmund-Tatorts ist in den nächsten Tagen wieder im Ruhrgebiet unterwegs. Für die sechste Folge "Im freien Fall" gehen Kommissar Faber und Co. in Dortmund und Marl dem Mord an einem Fallschirmspringer nach. Daneben könnte es im Leben von Peter Faber einige Veränderungen geben.

DORTMUND/MARL

von Jürgen Overkott

, 27.06.2014, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Regisseur und Grimme-Preisträger ZŸli Aladag dreht derzeit mit dem Team des Dortmund-Tatorts "Im freien Fall".

Regisseur und Grimme-Preisträger ZŸli Aladag dreht derzeit mit dem Team des Dortmund-Tatorts "Im freien Fall".

Das ist der Kern des Krimis „Im freien Fall“, der gerade im Auftrag des WDR für das Erste entsteht. Er ist der sechste Fall, den das Team um Kommissar Peter Faber am „Tatort“ in Dortmund lösen muss. Die Dreharbeiten laufen gerade. 22 Drehtage sind angesetzt, davon fünf, vielleicht sogar sechs im Revier.

Gedreht wird auf dem Flugplatz Loemühle in Marl und, natürlich, in Dortmund. Wie beim Fall Nr. 5 – den Neonazi-Krimi „Hydra“ – hält das ehemalige Stahlwerk Phoenix-West als Kulisse her. Aber diesmal entstehen die Bilder auf der anderen Seite des Industrie-Kolosses. Auf der Ostseite des Komplexes gibt es nämlich einen sogenannten Skywalk, der spektakuläre Blicke aufs Stadtgebiet erlaubt.

Regie führt Züli Aladag. Wer seinen Namen noch nicht kennt, sollte sich ihn merken. Der 46-Jährige mit türkisch-kurdischen Wurzeln räumte vor allem mit seinem Film „Wut“ Fernsehpreise ab, darunter einen Grimme. Episoden-Star ist Florent Raimond. Für den weithin unbekannten Gatten von Pop-Sängerin Maite Kelly könnte die Rolle zum Karriere-Sprungbrett werden.

Trotz der zeitgeistigen Geschichte bleibt der Markenkern des Dortmunder „Tatorts“ erhalten, wie WDR-Redakteur Frank Tönsmann versichert. Die Fallschirmspringer-Geschichte passe gut zum Konzept des WDR, „eine Industrieregion im Wandel zu zeigen“, mithin „das moderne Dortmund“. Ein offenes Geheimnis ist, dass

. Immerhin hat der WDR den Dortmunder Fahndern mit holzgetäfelten Wänden Büroräume gegönnt, die sich von handelsüblichen TV-Bürostuben – grauer Look mit Stahl und Glas – wohltuend unterscheiden.

Spannend wird, wie Regisseur Aladag und sein Drehbuch-Autor Ben Braeunlich die Figur Peter Faber weitererzählen. Der Psycho-Cop spaltete bisher die TV-Gemeinde. Fans lobten, dass er aus der Masse geklonter Fernsehfahnder unverkennbar heraussteche. Kritiker mäkelten indes, der Menschenfeind nerve, ihm fehle eine sympathische Seite. Gleichwohl schrieb Fernsehfigur Faber TV-Geschichte. Bei seiner Premiere wurde klar, dass ihn ein düsteres Geheimnis drückt. Über vier Folgen hinweg wurde es peu à peu aufgeklärt. Faber litt unter dem Tod von Frau und Tochter. Schließlich gelang ihm der Nachweis, dass beide ermordet wurden. Jetzt dürfte Faber den Kopf wieder frei haben. Wird sich das Verhältnis zu seinen Kollegen bessern? Und: Gibt es eine Annäherung zur Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt).

Details ließ sich Tönsmann kaum entlocken, nur so viel: „Wir fokussieren uns wie bisher sehr stark auf die vier Ermittler selbst, auf das, was sie bewegt, was der Fall mit ihnen macht, was das Leben mit ihnen macht.“ Immerhin ist klar, dass Jung-Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) eine besondere Rolle spielt. Sie hat das Interesse eines attraktiven Fallschirmlehrers (Albrecht Schuch) geweckt. Zu hoffen bleibt, dass der Titel „Im freien Fall“ nicht ungewollt eine Nebenbedeutung erhält. Bisher hielt sich der Dortmunder „Tatort“ im Quoten-Ranking bestenfalls mittelprächtig. Der sechste Fall wird erst im nächsten Jahr ausgestrahlt, auch für den fünften Fall gibt es noch keinen Sendetermin.